Mehr ausdrücken, weniger Eindruck schinden

  • von Christian Schulze

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne neuer Besucher auf einer Webseite liegt bei circa zwei Sekunden. In Anbetracht dessen hat man nur sehr wenig Zeit, eine Botschaft, ein Angebot oder eine Information zu vermitteln.

Viele Webseiten stellen dem eiligen Besucher unfreiwillig einige Hürden in den Weg. Eindrucksvolle Gestaltung und Grafiken lenken mitunter derart von der eigentlichen Information ab, dass der Besucher schon wieder weg ist, bevor er überhaupt zu der wichtigen Stelle gescrollt hat.

Fatal ist das nicht nur bei Unternehmenswebsites und Onlineshops. Gerade bei Landing Pages, welche zu einer bestimmten Aktion leiten sollen, ist die gezielte Wahl der Elemente und Informationen entscheidend.

Das Prinzip „Weniger ist Mehr“ gilt nach wie vor. Dabei gibt es ein paar wichtige Punkte die du beachten solltest.

Keine Introseiten

Introseiten sollen Interesse wecken und sind vom Gestalter nett gemeint. In der Realität wirken sie aber genau umgekehrt und vergraulen den potentiellen Besucher. Statt Informationen findet er nur bunte Grafiken und wird die Seite mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sofort wieder schließen. Einigen Besuchern wird auch das Prinzip „Introseite“ fremd sein, so dass sie denken an einer falschen Stelle gelandet zu sein.

Suche einbauen

Viele Nutzer surfen suchorientiert durch das Internet. Eine Suchbox auf der Webseite hilft diesen Menschen, schnell und einfach zur gewünschten Info zu kommen. Erwartet wird die Suchbox im oberen rechten Seitenbereich. Du solltest dich an diese Konvention halten. Die Suchergebnisliste sollte einfach und aufgeräumt sein.

Kein Autoplay

Verwendest du auf deiner Seite Medieninhalte wie Audio und Video kann das sehr nützlich sein. Auf jeden Fall vermeiden solltest du aber das sich diese Medien selber abspielen. Die Kontrolle über Play und Pause muss immer beim Benutzer liegen, sonst fühlt er sich bevormundet und klickt weg.

Gute Formatierung

CSS bietet vielfältige Formatierungsoptionen für Text. Diese sollten auch genutzt werden um ein lesbares Schriftbild zu erreichen. Große Schrift, genügend Zeilenabstand und ausreichend Freiraum um den Text herum vereinfachen die Informationsübermittlung.

Ein gut formatierter Text lädt zum Lesen ein, eine unüberschaubare Textwüste dagegen schreckt ab – egal wie gut der Inhalt ist.

Ladegeschwindigkeit

Ein weiterer Faktor ist für die einfache Benutzung einer Webseite entscheidend: die Ladezeit. Aus gestalterischer Sicht kannst du sicherstellen, dass nicht zu große Bilder geladen werden müssen. Achte auf das richtige Grafikformat. Auch viele Scripte für Bildergallerien und Effekte können die Ladegeschwindigkeit negativ beeinflussen. Nutze daher so wenig Scripte wie nötig und lade sie nur auf den Unterseiten, auf denen sie auch gebraucht werden.

Ein Ziel

Jede Seite sollte ein Ziel verfolgen. Finde heraus welches Hauptziel die Seite hat und gestalte sie so, dass dieses Ziel direkt ersichtlich ist und auf dem schnellsten Weg erreicht werden kann.

Zu guter Letzt sollte dein Design eine konsistente Erfahrung für den Nutzer bieten. Klar strukturierte Informationen und eine einfache Navigation um andere Seiten oder Produkte zu entdecken. Unterschätze nie die Ungeduld eines Suchenden.

Aus Erfahrung lernen

Eine kluge Strategie ist es sich von den unzählig gesammelten Erfahrungen inspirieren zu lassen. Ebenso ist es möglich Tools zu nutzen, welche bereist durchgetestete Lösungen anbieten. Vor allem bei konkreten Problemstellungen wie der Erstellung einer Landing Page oder eines Newsletters bietet es sich an das Rad nicht neu zu erfinden. Mailchimp hat zum Beispiel seine E-Mail-Templates in unzähligen E-Mail-Programmen getestet, diese interpretieren HTML und CSS nicht einheitlich und sind daher schon immer Quelle für viel Ärger und Programmieraufwand gewesen.

Fazit

Mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl kann man Websites gestalten, die zielführend und informativ sind. Fehlt dir die Erfahrung dann greife auf bewährte Lösungen zurück und lerne dabei für die Zukunft (Stichwort A/B-Testing).

2 Kommentare

  1. Stefan
    23. Mai 2016 um 13:05 Uhr

    Am aller schlimmsten finde ich definitiv Autoplay. Nichts lässt mich schneller eine Webseite verlassen, als das. Peinlich ist es vor allem, wenn man in der Uni in der Bib sitzt und auf einmal der Ton angeht. Vor Schreck weiß man dann manchmal auch gar nicht, welchen Tab man schließen muss..

  2. Sebastian Stein
    27. Juni 2016 um 09:45 Uhr

    Stefan, das sehe ich genauso..! Vor allem wenn clickcaits voran gestellt sind (z.B. von FB).. Hauptsache die Werbung kann anlaufen und meist gibt es die Information auch nur im Video und nicht im Fließtext.. Auch wunderschön sind riesige PopUps, bei den man den schließen Button nicht findet…

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