Ein bisschen was über Schriften…

  • von Lennart Prange

schriften2 Schriftarten können, genauso wie auch Farben, Gefühle hervorrufen und die Seite in ihrem Auftreten stark beeinflussen. Man sollte sich schon ein wenig in der Welt der Schriften auskennen und die Wirkungen der verschiedenen Schriften ungefähr kennen. Der Prozess der Schriftwahl wird von vielen Webdesignern unterschätzt und nicht ernst genommen. Ich selber befasse mich nicht gerne mit Schriften, aber es muss nun einmal sein. Hier versuche ich ein wenig Grundwissen zu vermitteln und die Wirkung von Schrift zu verdeutlichen.

Kommentare und Social Bookmarks würden mich freuen. Viel Spaß mit dem Artikel.

Serifen

Es wurde bewiesen, dass Schriftarten, die Serifen enthalten, in Textblöcken besser lesbar sind. Sie bilden sozusagen eine Linie, welcher das Auge folgen kann. Fast alle Bücher werden aus diesem Grund mit Serifenschriften gedruckt. Schlagt einfach mal ein Buch auf und guckt euch an, wie die einzelnen Zeichen eine Linie bilden.

serifen

Oben im Bild seht ihr die verschiedenen Arten von Serifen.

  • Klassische Serifen (auch old-style gennant, „Garamond“) – Diese Art von Serifen wirken einfach alt. Allerdings heißt das nicht, dass Schriften wie Garamond nicht auf modernen Internetseiten verwendet werden können.
  • Transitionale Serifenschriften („Baskerville“) – Diese Schriften sind der Übergang zwischen den klassischen und modernen Serifenschriften und sind auch eher alt.
  • Moderne Serifenschriften („Bodoni“) – Diese Schriften werden mit Mode und Eleganz assoziiert. Die Serifen sind sehr fein und deshalb würde ich diese Schrift nur in großen Schriftgrößen verwenden.
  • Slab Serifen („Rockwell“) – Die Betonung liegt bei diesen Schriftarten klar auf den Serifen. Schriften wie Rockwell vermitteln Kraft und sind sehr gut für Grunge Seiten zu gebrauchen.

Serifenlose Schriften

Oben habe ich bereits gesagt, dass erwiesen wurde, dass Schriften mit Serifen in Textblöcken besser lesbar wären. Warum werden dann im Internet fast nur serifenlose Schriften wie Arial benutzt? Das liegt daran, dass man früher viel schlechtere Monitore hatte als heute. Niedrige Auflösungen und Unschärfe machten die detailreichen Serifenschriften nahezu unlesbar. Also wurden und werden serifenlose Schriften in Textblöcken verwendet.
Serifenlose Schriften wirken moderner und klarer.

Andere Schriften

Dann gibt es noch Schreibschriften und dekorative Schriften (zum Beispiel eine Schrift mit Schnee oder irgendwelchen Ornamenten). Auf diese gehe ich nicht näher ein, da man sie kaum regelmäßig gebrauchen kann.

Die Schriftwahl

Sichere Schriften

Bevor ihr eine Schriftart wählen könnt, solltet ihr euch über die sogenannten sicheren Schriften im klaren sein. Sichere Schriften sind (oho, ein Wunder) Schriften, die nahezu auf jedem System installiert sind. Man sollte sich auf diese Schriften beschränkten, da sie definitiv auf fast jedem System dargestellt werden können. Es gibt noch die Möglichkeit die Schrift als Grafik abzuspeichern, allerdings finde ich das nicht sehr elegant. Natürlich nimmt das auch Ladezeit in Anspruch und wird nicht von Google erkannt. Das ist alles andere als optimal. Die sicheren Schriften sind: Arial, Arial Black, Comic Sans MS, Courier New, Georgia, Impact, Times New Roman, Trebuchet MS und Verdana. Wie ihr seht, werdet ihr hierdurch schon extrem eingeschränkt.

Überschriften

Hier hat man relativ viele Freiheiten. Bei Überschriften kann man eigentlich alles machen, da Details normalerweise gut dargestellt werden können. Das macht die große Schriftgröße möglich. Man sollte versuchen mit den Überschriften die gewünschte Stimmung zu erzeugen, da man im Fließtext hierfür nur noch wenige Möglichkeiten hat.

Fließtext

Wie schon weiter oben gesagt, wird empfohlen eine serifenlose Schrift im Fließtext zu verwenden. Ich benutze fast immer Arial. Sie ist auch in kleineren Größen gut lesbar und auf so gut wie jedem System installiert. Times New Roman ist eine Alternative, die schon häufig eingesetzt wird. Sie passt ebenfalls sehr gut zu Seiten, die etwas alt und verschlissen wirken wollen.

Inspiration

Vogue.de kombiniert: Serifen für die Überschrift und die Einleitung, serifenlose Schrift für den Fließtext

vogue

webdesignerwall.com benutzt fast nur Schriften mit Serifen.

wdw

apple.de will modern und elegant wirken. Die große serifenlose Schrift unterstützt diesen Eindruck.

apple

7 Kommentare

  1. Ahmet
    21. Dezember 2008 um 10:02 Uhr

    Mein Favorit sind Transitionale Serifenschriften.

    Ahmets letzter Beitrag..Was für ein Wunder: SIN & SIN

  2. KChristoph
    22. Dezember 2008 um 23:02 Uhr

    Dankeschön.

    Ich mag „Bauhaus“ sehr gern‘.
    Leider läßt sie sich im Webbereich kaum einsetzen.

    Ich wünsche gute Wege durch den Rest der Weihnachtszeit, hinein in ein sonniges neues Jahr.

  3. pixelschubzzer
    28. Dezember 2008 um 13:45 Uhr

    Nice work! Das Problem ist ja immer, dass man seine Lieblinge im Web nicht richtig einsetzen kann, außer als Image. Da mein Liebling nach wie vor die Helvetica ist, bin ich froh, dass diese bei fast allen als Standardschrift installiert ist 🙂

    pixelschubzzers letzter Beitrag..Tips & Tricks für mehr Klicks

  4. Carenc Design
    31. Dezember 2008 um 16:32 Uhr

    Mein erster gelesener Beitrag hier! Sehr schön. Werde mal weiter stöbern.

    Allen einen guten rutsch ins neue Jahr

  5. Mia @ Frisuren
    19. April 2011 um 15:26 Uhr

    Da wir gerade am überlegen sind unserer Webseite einen neuen Schriftzug zu verpassen, sind wir auf deinen Artikel gestoßen. Das mit den Serifen Schiftzügen wusste ich nicht, aber es macht tatsächlich Sinn und wenn man sich einmal ein Buch hernimmt – du hast Recht die nehmen wirklich immer diese Schriftart. Auch deine Beispiele mit diversen anderen Webseiten hat mir gefallen. Nochmals Danke! LG Mia

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