Spezialisierung als Webdesigner

  • von Lennart Prange

spezialisieren Ich wünsche euch allen ein frohes und erfolgreiches neues Jahr und liefere euch heute den ersten Artikel im Jahr 2009.

Man macht sich ja immer Gedanken darüber, wie man mehr verdienen könnte und zu mehr Kunden kommen könnte. Geld ist zwar nicht alles, aber viel ;).
In vielen Branchen hat sich die Spezialisierung auf einen Kundenkreis bewährt. Der eine Architekt plant Hochhäuser, der andere Einfamilienhäuser und der nächste hat sich auf Villen spezialisiert. Hat eine Spezialisierung in der Webdesign-Branche auch einen Sinn?

Viel Spaß mit dem Artikel und ich würde mich auch in diesem Jahr wieder sehr über eure Kommentare und Social Bookmarks freuen.

Meine Meinung

Ich mag Diskussionen und hoffe, dass ihr mir eure Meinung zu dem Thema mitteilt. Ich habe hier ausgeführt, welche Bedingungen man meiner Meinung nach erfüllen muss, um sich erfolgreich zu spezialisieren. Außerdem benenne ich Vor -und Nachteile, die meiner Meinung nach existieren.

Das Ziel einer Spezialisierung

Das Ziel ist klar: Durch die Spezialisierung möchte man viele Kunden aus der Branche abkriegen. Dadurch, dass man sich fast ausschließlich mit der einen Branche beschäftigt, lernt man deren Wünsche kennen und hat dadurch einen klaren Vorteil gegenüber Wettbewerbern. Durch das Portfolio, welches eigentlich nur Arbeiten aus einer Branche umfasst, wird man dann als „Branchen-Guru“ eingestuft und so bekommt man mehr Kunden als die unspezialisierte Konkurrenz.
Normalerweise sind Kunden dann auch bereit für die branchenspezifische Erfahrung ein klein wenig mehr zu bezahlen. So kommt alles ins Rollen.

Um das Beispiel vom Architekten nochmal aufzugreifen: Ihr wollt ein Hochhaus haben. Geht ihr zu einem Architekten, der fast nur Hochhäuser baut oder einem, der sich als Multitalent bezeichnet?

Die richtige Branche

Wie sieht es in der Branche aus? Haben alle perfekte Homepages? Dann macht eine Spezialisierung momentan noch keinen Sinn.
Wie viele potenzielle Kunden gibt es in der Branche? Wenn man sich auf Golflandesverbände spezialisiert, hat man nur 16 potenzielle Kunden. Golfvereine wären da schon eine bessere Idee.

Man sollte sich außerdem eine Branche aussuchen, für die man auch Interesse entwickeln kann. Das ist zwar nicht notwendig, bringt aber mehr Spaß.
Meiner Meinung sollte man niemals nur nach dem Geld schauen und sich als Vegetarier auf Schlachtereien spezialisieren.

Beziehungen

Eine Spezialisierung macht meiner Meinung nach erst dann Sinn, wenn man Beziehungen hat, die einem Folgeaufträge in der Branche fast garantieren. Hat man beispielsweise 4-5 Aufträge für Profi Sportler gemacht, ist das eine gute Voraussetzung. Durch Weiterempfehlungen kommt man häufig an Folgeaufträge.
Einfach so zu sagen „Ich spezialisiere mich jetzt auf Bio Höfe“, ohne irgendwelche Beziehungen zu Leuten aus dieser Branche zu haben, ist relativ aussichtslos.

Die Vorteile auf den Punkt gebracht

  • Überdurchschnittliche Branchenkenntnisse – Der größte Wettbewerbsvorteil sind die überdurchschnittlichen Branchenkenntnisse. Man gilt schnell als Branchen-Guru, der nicht die üblichen Fragen stellt, sondern die Kunden zu 100% versteht.
    Dadurch spart man selbst und auch die Kunden Zeit.
  • Branchenwünsche – Normalerweise ähneln sich Webseiten in einer Branchen in Sachen Funktionsumfang und Design. Wenn ihr euch auf eine Branche spezialisiert, werdet ihr die Wünsche immer genauer als die Konkurrenz kennen.
  • „Empfehlungswellen“ – Wenn eure Arbeit gut ist, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr innerhalb der Branche weiter empfohlen werdet.

Nachteile

Ich finde keine. Bitte helft mir. Es gibt nur Nachteile, wenn man sich als Spezialist ausgibt, obwohl man keiner ist. Hat man alles beachtet, was ich oben geschrieben habe, sollte man es doch meistern, oder? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

22 Kommentare

  1. COUchCAt
    2. Januar 2009 um 15:50 Uhr

    Ich persönlich glaube, dass es in kaum einer Branche so schwierig ist Fuß zu fassen wie im Webdesign. Webdesigner gibt es fast wie Sand am Meer, Billigangebote ohne Ende, so dass es schwierig wird, in diesem großen Angebot sein Plätzchen zu finden und vor allem auch davon Leben zu können.
    Es macht es ja auch nicht gerade leichter, dass jeder sich „Webdesigner“ schimpfen darf, egal was er kann oder nicht kann.

    COUchCAts letzter Beitrag..Existenzgründungszuschuß

  2. Manuel
    2. Januar 2009 um 16:14 Uhr

    Ich behalte eher die technikorientierte Spezialisierung, sprich die Wertlegung auf bestimmte Systeme/Software, der branchenorientierten vor. Darin sehe ich meiner Meinung nach mehr Vorteile. Die Spezialisierung auf eine bestimmte Branche ergibt für mich in erster Linie leider keinen Sinn.

    Klar, bei der Erstellung des Designs (PSD/XCF), falls überhaupt gebraucht, ist es sicherlich eine nette Sache, da man je nach Themengebiet das Ganze immer auf eine andere Art und Weise betrachten und seiner Inspiration des öfteren freien Lauf lassen kann. Das war’s dann leider auch schon, sobald es dann an’s Schreiben des Codes geht, ist es aus mit den Vorteilen. Deswegen spezialisiere ich mich nicht auf eine Branche sondern wie gesagt vorüberwiegend auf ein/eine System/Software.

  3. OrangeBlue
    2. Januar 2009 um 16:55 Uhr

    Also ich werde mich speziallisieren, auf ne bestimmte art Personen (kleine Unternehmen). Habe ich zumindest vor :D.

    MfG

  4. NeX
    2. Januar 2009 um 17:15 Uhr

    Ich bin ziemlich in die Spalte ForenDesigns gerutscht 🙂

  5. Taline
    3. Januar 2009 um 00:38 Uhr

    Was machst du denn, wenn du alle Golfclubs durch bist? Allen ein Redesign anbieten? 😉 Eine zu tiefgehende Spezialisierung hat doch klarerweise den Nachteil von einem begrenzterem Kundenumfang. Denn welcher Zoohändler wendet sich an noch einen Golfspezialisten? Der Umfang der Branche sollte bereits vor der Spezialisierungswahl unbedingt berücksichtigt werden.

    Talines letzter Beitrag..Wenn ein alter Mann sich nicht mehr richtig erinnern kann?!

  6. Lennart Prange
    3. Januar 2009 um 00:57 Uhr

    @ Taline: Nein. Man kann immer noch mit anderen Kunden zusammen arbeiten, solange man mit der entsprechenden Branche nicht genug am Hals hat.
    Das man auf den Kundenumfang achten sollte, habe ich ja auch erwähnt.

  7. torsten
    3. Januar 2009 um 17:23 Uhr

    Eine Spezialisierung ist so lange positiv, so lange der Markt groß genug ist um dauernd neue Kunden gewinnen zu können. Ist die Zielgruppe zu klein und spezifisch wird es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr reichen, nur für diese Zielgruppe tätig zu sein. Grundsätzlich ist der Spezialist in seiner Branche dem Generalisten voraus. Also .. machen 🙂

    torstens letzter Beitrag..Zehn Tricks zur Suchmaschinenoptimierung (Nr. 4)

  8. Marc
    4. Januar 2009 um 13:53 Uhr

    Ich bin im Hinblick auf Spezialisierung und Webdesign etwas anderer Meinung. Sicherlich mag es für den ein oder andern Sinn machen, sich zu spezialisieren. Meiner Erfahrung nach hat sich allerdings eine Mischung vieler Talente bewährt. Viele meiner Kunden suchen Partner, die ihnen in jeder Hinsicht helfen können. Häufig benötigen diese ein Logo, Firmenbroschüre und eine grafisch ansprechende Website, die allerdings auch dynamische Inhalte (wie News etc.) verwalten soll. Auf diese Weise braucht man weniger Kunden und der Kunde selbst bekommt seine gesamte CI aus einer Hand.

  9. Anne-Kathrin
    5. Januar 2009 um 21:12 Uhr

    Die inhaltliche Spezialisierung hat sicherlich Vorteile.
    Der Wesentliche ist: man kennt sich in einer Branche besonders gut aus.
    Kommuniziert man das aber zu sehr, dann vergibt man sich damit eventuell Chancen auf anderes, denn man wird selbst viel zu schnell schubladisiert.
    Es ist immer spannend und noch dazu unumgänglich, sich mit der Branche seines Kunden auseinanderzusetzen.
    Dazu kommt, dass viele Inspirationen nicht unbedingt da liegen, wo man sie vermutet. Oft findet man Analogien auch dort, wo man sie nicht sofort sieht.

    Der Vergleich Architektur hinkt ein wenig, da sich dahinter neben einer inhaltlich-künstlerischen Spezialisierung ja auch eine technische verbirgt.

  10. Olli
    6. Januar 2009 um 21:55 Uhr

    So, mein erster Kommentar auf diesen Blog, da ich zufällig hierauf gestoßen bin.

    Ich finde eine Spezialisierung auf eine Branceh ist das Beste was es gibt. Ich arbeite nun seit einem Jahr in einer Agentur die sich auf eine Branche spezialisiert hat. Nachteile habe ich bisher auch noch keine entdeckt.

    Viele sprechen an, das es ein Problem gibt wenn man alle potentiellen Kunden dieser Branche „abgearbeitet“ hat. Aber ist das bei euren Kunden wirklich so? Wenn ihr einen Webseite für einen Kunden erstellt habt, habt ihr dann nie wieder was mit dem Kunden zu tun? Also ich habe andere Erfahrung gemacht, denn die (meisten) Kunden wollen immer aktuelle Inhalte auf Ihrer Seite, und eben diese Aufgabe gibt er mir dann wieder als Spezialist, da er davor gute Erfahrung gemacht hat. Nun werden manche Personen wieder aufschreien, und sagen, „Ja, die haben ein CMS und machen alles alleine“, aber machen das die Kunden wirklich? Bei mir sind es vielleicht 5% der Kunden die Ihre Webseite wirklich aktiv pflegen (können). (Selbst wenn er das macht, macht er das dann z.B. Gestalterisch immer richtig?) Was vielleicht nicht zuletzt an der Branche liegt.

  11. Lennart Prange
    6. Januar 2009 um 22:00 Uhr

    Hallo Olli,

    danke für dein Kommentar und ich hoffe, dass du noch öfter hier her findest :).

  12. Monika
    7. Januar 2009 um 22:10 Uhr

    Hallo Euch!
    ich bin auch spezialisiert, jedoch nicht auf eine Branche, sondern auf bestimmte Zielgruppen und Spezialistin einer Software.

    Spezialisiert man sich auf eine Branche sind Verkäufer vor Ort nötig. Via Internet sucht niemand eine Webseite für Autoverkäufer -als Beispiel jetzt. Homepages für Ärzte werden auch nicht nenneswert als Suchwort via Google genutzt.

    Doch Verkäufer müssen sich erstmals rentieren. Dies sind hohe Investitionssummen anfangs – der Markt ist eng, Dumpingpreise machen ihn enger.

    Diese Enge des Marktes lassen mich daran zweifeln, dass eine Branchenspezialisierung diese Enge aufbricht.

    Für reine Programmierungen mag dies zutreffen, für Web Desig n glaube ich nicht so daran.

    lg

    Monikas letzter Beitrag..Weihnachtsgrüße und ein Geschenk von mir

  13. Webdesigner
    13. Januar 2009 um 17:47 Uhr

    Ich finde ein Argument fehlt noch: Es ist viel preiswerter nur eine Branche mit seiner Dienstleistungen zu bewerben als gleich mehrere. Der Streueffekt ist aufgrund der Gebündelten Zielgruppe einfach kleiner.

    Außerdem hat man dort die Möglichkeit spezielle Angebote für die Kunden direkt mit anzubieten. Z.B. Kann man einem Hotel zusammen mit einem Fotografen direkt die Ablichtung der Zimmer anbieten usw.

    Es gibt viele Möglichkeiten, Branchenspezifisch zu arbeiten und dabei einiges an Zeit ung Geld zu sparen.

    Webdesigners letzter Beitrag..Webseite | Hochzeitsplaner | Erkrath

  14. Reinhold
    19. Januar 2009 um 17:26 Uhr

    Eine Spezialisierung ist meiner Meinung nach wichtig. Jedoch sollte man den Rest des Ganzen zumindest grundsätzlich beherrschen. Immerhin möchte der Kunde einen Ansprechpartner haben…

  15. Webdesign Saarland
    17. März 2009 um 21:26 Uhr

    Heute sollte ein Webdesigner die Basis-Elemente HTML/PHP Programmierung, Bildbearbeitung und Suchmaschinen-Optimierung zumindest grundlegend beherrschen und versuchen sich ständig in diesen Bereichen weiterzubilden.

  16. Stefan Klose (Webdesign aus Witten)
    4. Januar 2010 um 17:58 Uhr

    Also, eine Spezialisierung auf eine Branche kann ich dir – wie ein paar der Vorposter auch – nur empfehlen. Grundlage sollte dabei aber nie das Branchenverzeichnis, sondern immer dein regionales Umfeld sein. Wenn du Vorkenntnisse hast, dann beziehe die in deine Spezialisierung ein.

    Ein Beispiel wäre, dass du Maschinenbau studiert hast. Das macht die Akquise von Unternehmen der Montanindustrie, vielen CAD-Büros und diverser Zulieferer enorm leichter. Gleichzeitig musst du aber auch in der Industrie-Region dafür wohnen. Wenn bei euch kein großer Gewerbepark dafür ist, dann ist das nix.

    In der Praxis habe ich schon ein paar Webdesigner gesehen, die auf Ärzte oder Anwälte gegangen sind. Das ist ein netter Ansatz, reicht aber meiner Ansicht nach nicht aus. Wenn du die Erfahrung mit der Personengruppe hast, dann erleichtert es wiederum deine Akquiseversuche. Auch kannst du den Stil des Designs – der jeweils doch recht ähnlich ist – anlernen. Aber irgendwo gibt es auch in der Zahl der niedergelassenen Freiberufler grenzen, und dann sitzt du in der Patsche. Die brauchen ja schließlich nicht einmal im Jahr, sondern alle 3-4 Jahre eine neue Internetseite.

    Es kommt also durchaus auch auf das ‚wie‘ an..

  17. ff-webdesigner
    16. Juni 2010 um 11:22 Uhr

    Pflichte voll bei. Ich habe mit 100 Webseiten für Sprachschulen angefangen. Einerseits brachte es sehr schnelle und sauber wiel immer gleich strukturierte Homepages hervor – andererseits konnte ich einfach nach einiger Zeit keine Sprachschul-seiten mehr sehen…

  18. Vortrieb Bremen
    18. November 2010 um 18:31 Uhr

    Eine Spezialisierung funktioniert m.E. nur, wenn man wirklich Lust auf eine Branche hat, sonst geht es einem wie dem Kollegen über mir.

  19. Werbeagentur Hamburg
    10. Juni 2011 um 10:17 Uhr

    Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, vor allem Webdesign Saarland bringt es auf den Punkt. Heutzutage sollte jeder gute Webdesigner sowohl in HTML/CSS als auch in PHP oder JavaScript einigermaßen fit sein. Das ein solides Farben- , Benutzer- und Suchmaschinenverständnis zur Grundvoraussetzung zählen ist denke ich klar. Aber gerade der Punkt SEO ist meines erachtens nach sehr wichtig, denn man kann viele positive Entschiedungen die später das Suchergebnis einer Seite beeinflussen, bereits frühzeitig in der Planungs- und Designphase mit einfließen lassen.

  20. web design London
    29. Februar 2012 um 13:12 Uhr

    Also ich werde mich speziallisieren, auf ne bestimmte art Personen (kleine Unternehmen). . .Man sollte sich außerdem eine Branche aussuchen, für die man auch Interesse entwickeln kann. Das ist zwar nicht notwendig, bringt aber mehr Spaß.

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