Stock Fotos und Grafiken im Webdesign

  • von Christian Schulze

Webseiten, egal ob groß oder klein, müssen häufig mit Fotos, Grafiken und Illustrationen aller Art angereichert werden. Stock-Fotos, Illustrationen und Grafiken können eine große Hilfe sein. Vor allem wenn die Zeit bei einem Projekt drängt, ist es nicht immer die schlechteste Idee auf einen Vorrat (Stock) zurückzugreifen. In diesem Artikel erfährst du für welche Zwecke Stock-Medien geeignet sind.

Artikelbilder für Magazine und Blogs

Blogger kennen das Problem: Man möchte seine Artikel mit schönen, passenden Bildern aufwerten aber hat unter Umständen nicht den Zugang zu passendem Bildmaterial. Hier helfen Fotos mit der passenden Creative-Commons-Lizenz von Plattformen wie Flickr oder von Stockfoto-Shops wie Depositphotos. Eine riesige Auswahl an Motiven sorgt für die passende Bebilderung.

depositphotos

Illustrationen im Webdesign

Gute Illustrationen können das Design einer Webseite deutlich aufwerten. Natürlich müssen sie optisch und Inhaltlich zum Design passen und dürfen nicht den Informationsfluss stören. Lizenzfreie Vektorgrafiken haben den Vorteil, dass sie überall im Seitendesign eingesetzt werden dürfen und dank Ihres Formats in jeder beliebigen Größe genutzt werden können.

Beispielsweise kann eine Vektorgrafik mit Webdesign-Navigation mit einem entsprechenden Grafikprogramm in die passende Größe gezogen und anschließend in ein benutzbares Grafikformat umgewandelt werden.

Saisongrafiken

Viele Webseiten nutzen bestimmte Grafiken und Bilder um passend zur aktuellen Saison „geschmückt“ zu sein. Auch hier helfen Stock-Grafiken um schnell das passende Element für die Jahreszeit, den Feiertag oder sonstigen Anlass zu haben. Eine schöne Illustration kann zum Beispiel elegant auf Angebote, passend zum Anlass, hinweisen.

Newsletter-Grafiken

Selbst wenn das Design der Webseite längerfristig unverändert bleibt, so gibt es möglicherweise aktuelle Inhalte wie News oder Newsletter. Auch hier bietet es sich an Grafiken an die Saison angepasst zu verwenden.

Landing-Pages

Landing-Pages sind dafür da ein bestimmtes Angebot in den Vordergrund zu rücken. Hier hat sich bewährt, dass Bilder von glücklichen Menschen und Gesichtern positiv wirken. Zu beachten ist auch die Blickrichtung von Personen auf einem Bild. Diese sollte immer in Richtung des Angebotstextes oder des „Bestellen“-Buttons schauen.

Videos und Clips

Stockseiten wie Depositphots sind aber nicht mehr nur auf Grafiken und Illustrationen beschränkt. Im Sortiment sind nun auch Stock Videos und Clips die für eigene Inhalte genutzt werden können. So lässt sich in Windeseile ein Videopodcast oder ein Youtube-Channel aufmotzen. Auch für Produktvideos und Tutorial-Videos finden sich passende Intros.

Wo sind Stock-Inhalte kontraproduktiv?

Es gibt einige Bereiche, in denen Stock-Medien nicht angebracht sind. Ganz oben auf der Liste stehen Team-Fotos. Hier sollte es Fotos der echten Angestellten geben. Auch die Telefonistin, die lächelnd in ihr Headset spricht ist mittlerweile zum Klischee verkommen.

Ebenso sollten Produktfotos in Shops und auf Marketingwebseiten immer den tatsächlichen Produkten entsprechen. Hier sollten sich gerade kleinere Onlineshops die Mühe machen und ihre Waren selber ansprechend fotografieren.

Kreative aller Art sollten ihre selber produzierten Werke in den Vordergrund stellen. Hier könnten Stock-Bilder schnell falsche Hoffnungen wecken oder sogar in die Irre führen.

Qualität

Die Qualität von Stock-Inhalten ist meist nicht durch eine Eigenproduktion zu übertreffen. Zumindest nicht in einem überschaubaren Kostenrahmen. Beispielsweise gibt es eine unendliche Auswahl an floralen Motiven wie Blüten, Blumen und Ranken. Diese lassen sich, ein Vektorformat vorausgesetzt, an alle benötigten Größen und Verhältnisse anpassen und einfärben.

Preise

Die Preise für Stock-Inhalte variieren von Anbieter zu Anbieter. Bei Depositphots gibt es zum Beispiel die Pay-As-You-Go Kredits, mit denen einzelne Grafiken gekauft werden können. Braucht man aber regelmäßig Inhalte, so kann man auch Monats-Abos abschließen und je nach Umfang eine entsprechende Menge an Grafiken jeden Monat laden.

Pro und Contra für Stock-Inhalte

Ein Nachteil für gekaufte Medieninhalte wie Fotos, Videos und Grafiken ist natürlich die mögliche Doppelung. So kann ein Beitrag im Nachbar-Blog über, sagen wird „Geld Sparen“, das gleiche Bild von Geldscheinen schmücken wie der Eigene.

Die Auswahl an Stockfotos zu allen erdenklichen Themen ist mittlerweile jedoch so groß, dass die Gefahr gering ist, gleiche Bilder auf der Nachbar-Webseite zu finden.

Die Vorteile liegen dagegen auf der Hand. Die Qualität und das Preis- Leistungsverhältnis ist unschlagbar gegenüber einer Eigenproduktion.

Fazit

Das Angebot ist groß und fast unüberschaubar. Stock Fotos, Illustrationen und Videos können bestehende Webseiten und Inhalte bereichern. Wenn man darauf achtet, dass die Grafiken den Nutzen der Webseite fördern und dem Nutzer nicht im Weg stehen. Aber gleiches gilt für jegliche Art von Webdesign. Ob mit oder ohne gekauften Motiven. Wer Zeit und Geld sparen will und dennoch hochwertige Medien einbinden will, ist mit Stock-Inhalten bestens bedient.

Wie sind deine Erfahrungen mit Stock Fotos und Grafiken im Webdesign?

17 Kommentare

  1. Pascal
    5. März 2013 um 04:04 Uhr

    Da ich täglich mehrere Stunden durch das Netz surfe, gehen mir Stockfotos gewaltig auf die Nerven. Es gibt so ein paar Gesichter, die man immer und immer wieder sieht. Schlimmer wird es dann, wenn sich Firmen mit Stockfotos groß machen wollen. Grausam.

    Man sollte bei der Suche wirklich nicht nach „angesagt“ sortieren, auch wenn diese meist am besten aussehen.

    Sich irgendwelche Mitarbeiter mit Stockfotos ranzufaken, geht gar nicht. Aber das hast du ja bereits erwähnt.

    Ein weiteres Phänomen: Jeder Beitrag MUSS ein Foto haben. Gute Beiträge leben nicht von schnell ausgewählten 50Cent Stockfotos, sondern vom Inhalt! Ein Beitrag ohne Bild kann wertvoller und angenehmer zu lesen sein, wenn kein Foto verwendet wird.

    Meint Tipp daher: Das Geld, das man spart, sollte man ein wenig in Zeit investieren, um wirklich gute und eventuell noch unbenutzte Fotos zu finden. Überprüfen kann man das gegebenenfalls mit: http://www.google.com/insidesearch/features/images/searchbyimage.html

  2. Mario W3Effekt
    18. März 2013 um 18:44 Uhr

    Sehe das genau so. Wenn Stockfotos, dann sich bitte die Mühe machen und keine „angesagten“ Bilder verwenden. Wenn man hier paar Bilder kennt, ist es furchtbar diese ständig im Netzt zu finden!

  3. Lennart Prange
    22. März 2013 um 15:52 Uhr

    Stockphotos finde ich für Entwurfszwecke sehr nützlich, eine Webseite lasse ich damit aber nur sehr ungern online gehen. Außer es ist eine wirklich große Webseite, die sich vor Textblöcken kaum retten kann. Denn für viele unterschiedliche Themenbereiche Fotos zu machen, ist kaum möglich. Dann sind Stockphotos eine willkommene Hilfe.

    Mir persönlich fallen Stockphotos häufig sofort negativ auf. Wenn man die ein oder andere Webseite aufgerufen hat, erkennt man auch als nicht versierter Nutzer sehr schnell die Baukasten Fotos. Ihnen fehlt einfach jegliche Identität und Authentizität. Das kann sich meiner Meinung nach sehr schnell negativ auswirken – nämlich dann, wenn der Webdesigner Stockphotos als Eye-Catcher (z.B. in einer großen Slideshow auf der Startseite) nutzt. So wirkt ein sorgfältig gestaltetes individuelles Design schnell wie ein vorgefertigtes Theme.

  4. Mario Fotograf
    26. März 2013 um 22:48 Uhr

    Hallo,
    Mein Name ist Mario und habe viel im Bereich Fotos, Illustrationen usw. zu tun.
    Ich kann @Christian Schulze nur zustimmen!

    Ich fand mein Interesse an der Fotografie, nachdem ich mehrere Seiten relevant zum Thema besucht habe. Alles was ich sagen kann ist, das auch Bilder mit schlechterer Qualität, oder Bilder die einfach schlecht geschossen worden sind, einer Webseite beitragen können.

  5. Ronny
    29. März 2013 um 12:35 Uhr

    Diese Anbieter haben schon ihre Daseinsberechtigung, und ich als Designer suche öfter für Kunden in diesen Bilder Listen, da man dann 100% sicher sein kann, das man nicht die Rechte von irgendwem verletzt und es am ende böse Abmahnungen gibt.
    —-
    Gibt viele Free Photos, aber man kann hier nie sicher sein, ob man wirklich das Recht hat dieses zu verwenden, und bei diesen Komerziellen Plattformen – kann man sich sicher sein, da man hier Geld dafür bezahlt, und die Kosten halten sich meistens auch in Grenzen.

    In diesem Sinne, Free ist immer gut, aber wenn man für Firmen komerzielle Seiten erstellen soll, und diese kein eigenes Bildmaterial haben, dann setze ich immer auf Stockphotos usw. Kostet im Vergleich zu der Webseite nicht die Welt und man kann sich als Macher der Seiten sicher sein, das man nicht paar wochen später ne Klage am hals hat.

  6. Hanna
    3. April 2013 um 00:14 Uhr

    Hi, ja Pascal ich sehe das ganz genau so. Es gibt bestimmte Stockfotos die wirklich wieder und wieder im Internet auftauchen und durch die ständigen Wiederholungen nerven. Lieber schreib ich einen super Beitrag, der dann die Leser wertvoll informiert, anstatt das ich irgendein Foto schnell hochlade, welches schon überall im Netz verbreitet ist.

  7. Volker aus Hamburg
    3. April 2013 um 23:21 Uhr

    Fotos peppen einen Webauftritt auf, machen ihn interessant, verständlicher und spiegeln die Intention der Botschaft wider – vorausgesetzt Thematik und Bild befinden sich im Einklang.

    Hier das richtige Bild zu finden, das Aufmerksamkeit erregt, den Leser aktiviert und dazu den Text unterstreicht, setzt Kreativität und Begeisterung für den zu vermittelnden Grundgedanken voraus. Gleichzeitig fordert die Bildersuche viel Zeit und Enthusiasmus.

    Doch das Ergebnis rechtfertigt allemal den Zeitaufwand, weil durch eindrucksvolle Bilder die Internetpräsenz in hohem Maße gewinnt und wirksam aufgewertet wird.

  8. Chrisch
    4. April 2013 um 12:27 Uhr

    Die Telefonistin sieht man wirklich überall, zum Beispiel http://www.detektive.com. Wenn dann noch von „persönlichen Kontakt“ im Text die Rede ist, kann man nur noch mit den Augen rollen. Da lieber einen echten Mitarbeiter oder ein Icon, wenn es bebildert sein muss.
    Die schnuffige Business-Sofie kann ich nicht mehr sehen! http://praegnanz.de/weblog/die-schnuffige-business-sofie Sie wird wohl nie aussterben, weil sie in jedem Stockarchiv ist und dazu noch von Ärztin bis Businessfrau alles abdeckt.

  9. Maria
    12. April 2013 um 10:35 Uhr

    Natürlich gibt es Fotos, die einem richtig nerven. Aber auch wir nutzen für unser kleines Portal gewisse Fotos. Für eine kleine Plattform wie unsere ist es gar nicht möglich eigene Shootings zu machen. Wir sind auf Fotolia und Co angewiesen!

  10. Sabrina
    14. April 2013 um 12:05 Uhr

    In manchen Bereichen bieten sich Bilder zu anreichern wirklich an. Im Moment erstelle ich z.B. ein Projekt über Edelsteine und Heilsteine. Und bei dem Thema finde ich müssen Bilder einfach mit dazu. In anderen Bereichen können Bilder dagegen sogar störend sein. Das muss man einfach von Projekt zu Projekt neu entscheiden.

  11. Tobias
    15. April 2013 um 23:11 Uhr

    Stockbilder sind wirklich Gold wert. Ich habe selbst 2 eigene Blog und für die Titelbilder verwende ich sehr oft Stockbilder. Es findet sich für wirklich jede Kategorie mindestens ein passendes Bild. Die Bilder sind dann auch wirklich absolut professionell und für ein paar Euro zu haben.

    Für Firmenaufnahmen und Image-Bilder würde ich aber auch ein Shooting empfehlen. Das mit dem Teambildern hast du sehr gut angesprochen. Ich habe aber schon öfters Seiten gesehen die Stock-Bilder bei Ihrem Team einfügen. Aus meiner Sich ein absolutes No-Go.

  12. Isabell
    19. April 2013 um 08:05 Uhr

    Wir arbeiten auch nur mit Fotos aus Fotolia oder Stock. Warum auch nicht? Wir achten allerdings darauf, dass nicht jedes Bild schon 20tausend mal gedownloaded wurde. Fotolia hat aber meiner Minung nach die besser Fotos und die größere Auswahl.

  13. Sven
    19. April 2013 um 12:38 Uhr

    Es gibt sogar Fälle, da werben die unterschieldichen Seiten mit der gleichen Person im Header. Sowas muss nicht sein.

    Insbesondere die Models von Yuri Arcurs sind so häufig verkauft, dass der Markt an diesen Gesichtern gesättigt ist.

    Für die Illustration sind die Bilder noch zu gebrauchen, wenn sie sich nicht zu häufig verkauft haben, ansonsten würde ich eher die Finger davon lassen.

  14. max
    21. April 2013 um 11:59 Uhr

    Stock Fotos nerven meist. Ausserdem verlagert sich die Internetnutzung auf mobile Geräte. Im Responsive Webdesign sollten der verfügbare Raum für infos genutzt werden, nicht für unwichtige Fotos.

  15. JF
    23. April 2013 um 14:00 Uhr

    Ich denke es gibt mehrere Möglichkeiten mit Stockphotos umzugehen. Dabei muss es nicht mal immer etwas kosten. Seiten wie bspw. MorgueFiles haben exzellente Bilder und dabei müssen es nicht mal immer Bilder sein, die bestimmte Personen zeigen und schon 1000x mal gesehen worden sind.

    Gerade wenn man einen eigenen Blog betreibt, fällt es doch schwer, immer ein passendes Bild zu finden und da reicht es meiner Meinung nach auch, wenn man ein artverwandtes Bild hat. als Beispiel kann ich – wenn ich etwas zu einem Fußballspieler schreibe – kein Protraitfoto von ihm nehmen, sondern auch ein abstraktes Bild zum Thema Fußball.

  16. Alex
    31. Juli 2013 um 17:22 Uhr

    Also ich muss jetzt mal eine kleine Lanze für Stockfotos brechen. Als Agentur arbeiten wir auch immer wieder mit iStock, Fotolia etc. Das liegt vor allem daran, dass sich viele Kunden (vor allem kleine und mittelständliche Unternehmen) professionelle Shootings nicht leisten können oder wollen.

    Dass man trotzdem immer wieder die gleichen Fotos findet, liegt häufig nicht an den Portalen sondern an der schlechten Auswahl der Agenturen. Es gibt z.B. diesen typischen Stockfoto-Mann. Der taucht auf jeder 3. Website auf und ich habe ihn sogar schon auf Messeständen bei der Cebit gesehen.

    Trotzdem gebe ich meinen Vorrednern recht. Die Inhalte sollten überzeugen und in Zeiten von responsivem Webdesign können die Bilder auch mal reduziert werden.

  17. Der Aysberg
    20. August 2013 um 10:17 Uhr

    Danke Alex. Auch wir als Internetagentur arbeiten gerne mit Stockphotos. Angesichts der hunderttausenden von Fotos bei jedem einzelnen Anbieter ist es gar nicht so schwer, starke Fotos zu finden, die man woanders noch nicht gesehen hat. rnrnWichtig ist dabei das „richtige Auge“ zu haben und einer durchgängigen Bildsprache zu folegn, die bei vielen Unternehmen sogar im Corporate Design festgeschrieben wird. Da gruselt es mich, wenn z.B. 3D-gerenderte Michelinmännchen mit freigestellten Motiven und Landschaftsfotografien gemischt werden. Und dabei dann sicherlich noch der „Handshake“ und der ins Wasser fallende Tropfen dabei sind :-(rnrnEin schönes Beispiel für eine durchgängige Bildsprache ist z.B. bei diesem Unternehmen zu finden: http://www.gi-de.com. Wenn ein Thema nicht über eigene Fotos abgedeckt werden kann, werden zur Bildsprache des Unternehmens passende Motive über einen professionellen Stockanbieter hinzugekauft. Keine Sophie, keine Feng-Shui-Steine im Wasser!