10 Wege um die nächste Präsentation zu verhauen

  • von Lennart Prange

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Foto von dnormanEinige Rechte vorbehalten

Präsentationen hat man ständig. Nicht nur vor Kunden. Es ist deshalb nötig zu wissen, wie man die nächste Präsentation erfolgreich verhaut. Zu diesem Zweck bekommt ihr hier 10 ultimative Tipps. Befolgt ihr sie, seid ihr auf der Gewinner Seite und schafft es die nächsten Präsentationen so langweilig zu gestalten, dass ihr nie wieder eine halten müsst. Eure Mitarbeiter werden das dann lieber übernehmen, auch wenn sie eh schon viel mehr zu tun haben. Veranstalter werden euch nie wieder einladen. Das bedeutet keine Fahrkosten mehr und keine Mühe mehr mit PowerPoint oder Keynote.

Viel Spaß mit dem Artikel. Kommentare und Social Bookmarks würden mich sehr freuen.

1. Nicht bewegen

Immer schön starr auf einer Stelle stehen und dabei bloß nicht gestikulieren. Das macht den Zuhörer wunderbar schläfrig und ihr erreicht, dass alle eure Präsentation sehr gut finden. Schließlich sind alle eingeschlafen und niemand wird das zugeben wollen. Da niemand den Inhalt der Präsentation aufgenommen hat oder sonst irgendwas mitbekommen hat, wird eure Präsentation von allen als gut befunden werden. Juhu!

2. Zuhörer nicht angucken

Damit die nächste Präsentation gut wird, solltet ihr euch im nach unten gucken üben. Während der Präsentation solltet ihr eure Zuschauer nicht angucken. Vielleicht seht ihr ein schönes Wolkengebilde wenn ihr aus dem Fenster guckt. Das könnt ihr dann betrachten.

3. Füllwörter

Ihr müsst natürlich Zeit schinden. Da bietet es sich an viele Füllwörter zu verwenden. Prägnant reden – das machen nur die Anfänger. Umso länger die Sätze, desto schwerer wird es für die Zuhörer den Inhalt zu verstehen. Aber das kann man in Kauf nehmen solange man durch unnötige Wörter und Sätze ein bisschen länger braucht.
Schön sind auch lange ääähhhmmms oder andere Wörter, sie man in jedem Satz benutzt. Beispiel: Dieser Satz ist sozusagen ziemlich sozusagen sinnlos, ziemlich lang und sozusagen überhaupt nicht lesenswert sozusagen.

4. Stottern

Wie auch Füllwörter bringt stottern wertvolle Sekunden. Der Grund dafür ist meistens ein Sprachfehler oder eine schlechte Vorbereitung. Ist doch eine Win-Win Situation. Man braucht erstens nicht so viel Zeit um sich vorzubereiten und zweitens zieht man den Vortrag in die Länge.

5. Länge

Vorträge MÜSSEN extrem lang sein. Sonst sind sie schlecht. Alles unter einer Stunde kann man vergessen. Auch wenn die Konzentration der Zuhörer normalerweise schon nach 15 Minuten drastisch abnimmt, werden sie enttäuscht und negativ überrascht sein, wenn der Vortrag nur 20 Minuten dauert. Schließlich wollen sie auch ein wenig Zeit zum Schlafen haben.

6. PowerPoint mit Stichwörtern

Es ist absolut notwendig eine PowerPoint Präsentation zu benutzen und auf sie wortwörtlich alle Punkte zu schreiben, die man nennt. Die Zuhörer sind sicherlich sehr interessiert daran, alles mitzulesen. Kommt bloß nicht auf die Idee, Bilder oder Diagramme zu verwenden!

7. Karteikarten

Karteikarten sind der perfekte Weg. Man hat darauf Stichpunkte und keinen Text. Daher behält man den Überblick. Außerdem ist ein Din-A4 Blatt größer und auffälliger. Dass man jede 10 Sekunden auf die Karteikarte guckt wird dabei niemanden stören.

8. Schnell sprechen

Man hat ja immer sooo viel Inhalt vorbereitet. Dann muss man sich auch beeilen und schnell vortragen. Man hat schließlich auch noch andere Termine.

9. Monolog

Eine Grundregel: Die Zuhörer sollte man NIE zu Aktionen auffordern. Man sollte stur vorne stehen und sein Programm runter reden. Wer die Zuhörer mit einbindet, läuft Gefahr sie aufzuwecken.

10. Monoton

Betonungen sind der absolute Killer. Man könnte ja wie eine Stewardess klingen. Das wäre ziemlich peinlich. Sicher ist sicher: Monotones Sprechen schützt euch effektiv vor dieser Blamage.

8 Kommentare

  1. der Stilpirat
    9. Mai 2009 um 12:56 Uhr

    11. Bildschirmschoner Deines Präsentationsrechners an!
    Es ist ungemein erheiternd und hebt die Stimmung wenn hinter dir der Bildschirmschoner eine tolle Dia-Show (mit Ken-Burns Effekt) vom letzten “Malle-Urlaub” startet!

  2. Kim Korte
    9. Mai 2009 um 13:06 Uhr

    Wie gewohnt schöner strukturierter Artikel, aber bei Punkt 4 habe ich gestutzt.
    Man stottert doch nicht mit Absicht, sondern ist in so einem Falle einfach seiner Sprachbehinderung ausgeliefert.
    Ich hoffe du meinst damit Denkpausen und “ähm”-Füllwörter, die entstehen wenn man wegen schlechter Vorbereitung den roten Faden verliert.

    Oder bist du der Ansicht, dass Stotterer keine Präsentationen halten sollten, weil deren Zuhörer ab und an Hänger oder Wortwiederholungen ertragen müssen?

  3. Lennart Prange
    9. Mai 2009 um 13:26 Uhr

    Danke

    @Stilpirat: An Bildschirmschoner habe ich jetzt gar nicht gedacht 😀 Aber natürlich hast du recht. Da fällt mir noch ein Tipp ein: Die Präsentation nicht auf einem Windows Rechner laufen haben. Grund: http://www.youtube.com/watch?v=RgriTO8UHvs

    @Kim Korte: Genau. Ich meine das ähm und andere Laute. Ich hab schon oft genug Leute gehört, die meinen, ihre Präsentation ohne Karteikarten halten zu können und sich schlecht vorbereitet haben. Dann gibt es immer wieder Denkpausen bzw. Lücken wegen schlechter Vorbereitung. Blöd, wenn man den eigenen Inhalt nicht kennt,

  4. Martin Grandrath
    9. Mai 2009 um 14:25 Uhr

    Schön geschrieben! 🙂 Allerdings möchte ich Punkt 7 widersprechen. Mir ist ein Vortragender, der Karteikarten nutzt um seinen “roten Faden” zu behalten, allemal lieber als einer, der seinen ganzen Vortrag komplett abliest.

  5. Lennart Prange
    9. Mai 2009 um 14:30 Uhr

    @Martin: Danke 🙂 Natürlich hast du recht, aber Karteikarten sind irgendwie immer so ein Mittelweg. Es ist auch Ok, aber man sollte sich so gut vorbereiten, dass man die Präsentation auch ohne halten kann. Im Notfall kann man dann drauf gucken. Allerdings empfinde ich es als nervig, wenn der Sprecher für jeden Stichpunkt nach unten gucken muss.

  6. bulldrinker
    9. Mai 2009 um 16:46 Uhr

    Ich glaub schlimmer als diese Sachen ist noch die Sturrheit keine Verbesserung anzustreben, wenn man mal einen Vortrag versaut hat!

    bulldrinkers letzter Beitrag..Inspirationen finden – ohne das Internet

  7. tobi
    11. Mai 2009 um 09:20 Uhr

    lol… ein guter Lacher am Morgen 😀
    es scheint fast so, als hättest Du gerade einen furchtbaren Vortrag miterleben müssen 😉

  8. torsten
    11. Mai 2009 um 18:37 Uhr

    Danke, das hat Spaß gemacht zu lesen. Ergänzend fallen mir noch ein: Handyterror (klingen oder SMS gebimmel, am besten mit unappetitlichen Tönen), unpassende Krawatte und schmutzige Schuhe, Knoblauchfahne, unleserlich und / oder winzig klein auf ein Flipchart pinseln. Und wenn alle Stricke reissen: Hosenlatz auflassen … 🙂