Denkt daran, wie sich die Augen bewegen

  • von Lennart Prange

Die Inspiration für diesen Beitrag lieferte die neue Axel Springer Website. Mir fiehl auf, dass das Logo rechts positionert war und das halte ich für einen Fehler. Warum erläutere ich in diesem Beitrag. Meiner Meinung nach gibt es an diesem Grundsatz nichts zu rütteln: Das Wichtigste sollte der Nutzer zu erst erfassen! Um das umsetzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich die Augen normalerweise bewegen.

Social Bookmarks, Kommentare oder auch eine Stimme bei Yigg (Vote Button ist unten ;)) wären schön.

Der Weg der Augen
Schon in sehr jungem Alter wird uns beigebracht, wie wir zu gucken haben. Von links nach rechts wird gelesen. Wenn ihr nun euer Augenverhalten beim betreten einer Website beobachtet, stellt ihr dann fest, dass ihr erst die Elemente begutachtet, die sich rechts befinden? Normalerweise sollte das nicht der Fall sein. Außer es befindet sich ein toller Eye-Catcher auf der rechten Seite. Ich denke, dass die meisten Menschen erst die Inhalte registrieren, die sich auf der linken Seite befinden. Es ist ja auch kein Zufall, dass die Inhalte im Browser und in Textverarbeitungsprogrammen linksbündig dargestellt werden.
Dann ist noch zu bedenken, dass man von oben nach unten guckt. Aber ich denke, dass alle Webdesigner das automatisch beachten.

Was heißt das nun für uns Designer?
Die Frage ist einfach und logisch zu beantworten: Die wichtigsten Elemente und Inhalte sollten sich links befinden. Rechts kommen dann die unwichtigeren Dinge hin.

Was sind die wichtigsten Dinge?
Gut, hier scheiden sich natürlich die Meinungen. Aber ich denke, dass das Logo ein Platz ganz oben und außerdem links verdient hat. Es ist ein sehr wichtiges Element. Hier hat Axel Springer (bzw. die verantwortliche Agentur) meiner Meinung nach einen Fehler gemacht. Links die Navigation und rechts das Logo darzustellen, kann nicht gut sein. Spiegel, Focus und FAZ zeigen, wie es geht.
Weiterhin hat der Hauptcontent der Seite natürlich vorrang vor der Sidebar. Deshalb ist auch auf nahezu allen Seiten die Sidebar rechts vom Content positionert.

Die Augen austricksen
Auch das ist möglich. Wenn man Farben geschickt einsetzt oder einfach auffällige Elemente verwendet, kann man die Aufmerksamkeit des Betrachters erlangen und so den Weg der Augen verändern.

Fazit
Wenn man den Beitrag so akzeptiert hat, kann man leicht auf einen Standardaufbau kommen, der sich tatsächlich durchgesetzt hat.

Dieser Aufbau ist sehr variabel. Achtet einfach mal darauf, wenn ihr durch das weltweite Netz surft.

Was habe ich vergessen?

6 Kommentare

  1. chris
    22. August 2008 um 01:45 Uhr

    Sorry, aber wir lesen von links nach rechts und nicht von rechts nach links.

  2. NeX
    22. August 2008 um 08:04 Uhr

    4 Stimmen 🙂 Toller Artikel!

  3. Lennart Prange
    22. August 2008 um 09:15 Uhr

    Oh man. Danke Chris 😉 War schon spät, als ich den Beitrag geschrieben habe.

  4. Monika
    22. August 2008 um 23:44 Uhr

    Dass die Sidebar Rechts ist, ist bei Blogs so Sitte geworden. Aber schau Dir mal *nicht Blogs* an, da ist sie wie eher Links 😉

    Eyecatcher lenken das Auge, wenn denn einer da ist, insofern ist der von Dir gezeigte Aubau einer von vielen möglichen, aber nicht unbedingt immer der sinnvollste.

    Mag ich, dass die Leute kaufen, wird der *kauf mich* Button zum Blickfang oder ich verkauf nicht und der kann nicht Links oben sein.

    Apple hat sicher einer der besten Shops, Sidebar ist Links!

    Genau aus den “Kaufgründen”

    Dein Modell ist zu Blog fixiert denke ich mir, wobei die Grundüberlegung stimmt – bloß: der WebDesigner lenkt das Auge des Besuchers – nicht der Besucher lenkt den WebDesigner 😉

    lg

  5. Lennart Prange
    22. August 2008 um 23:58 Uhr

    Hi Monika,
    natürlich hast du recht damit, dass der Designer das Auge lenken kann und sollte. Deswegen habe ich bei mir auch den Punkt “die Augen austricksen” aufgeführt.

    Der Apple Shop hat auch 2 Sidebars, da ist es natürlich nochmal etwas anderes. Und natürlich will Apple die Aufmerksamkeit auch auf die Produkte lenken.
    Außerdem gab es früher eigentlich immer links die Navigation. Heute ist sie häufiger horizontal. Dafür wird links nun die sekundäre Navigation aufgeführt. Das erwartet der User auch. Daher hatte Apple auch kaum eine Wahl.

    Ich denke nicht, dass mein Modell zu Blog fixiert ist. Sicher, viele Blogs benutzen diesen Aufbau, aber der Trend geht bei den großen Websites auch dahin. Nur wenn zwei Sidebars verwendet werden, oder eine vertikale sekundäre Navigation verwendet wird, kann man Sidebars auf der linken Seite beobachten.

    Danke für das Kommentar und viel Erfolg mit deinem Blog.

  6. OrangeBlue
    23. August 2008 um 13:25 Uhr

    Super Artikel !