Der Sinn einer Internetseite und Usability

  • von Lennart Prange

sinn Das Web verfremdet sich. Durch hohe Bandbreiten ist viel möglich geworden. Umso wichtiger wird es, dass wir uns daran erinnern, wie das Ganze angefangen hat. Früher war das Web nichts anderes als Text, Text, Text und eine gute Möglichkeit Informationen aller Welt zugänglich zu machen. Seitdem hat sich viel geändert. CSS und andere Technologien machen das Internet zu etwas völlig anderem. Durch diese Entwicklungen ist das Web sicher interessanter geworden und ein Webdesigner hat mehr Möglichkeiten sich zu entfalten, aber es hat auch negatives an sich. Webdesigner verlieren sich häufig in der Ästhetik. Es geht dann nur noch um die schönsten Grafiken, die tollste Animationen usw.

Kommentare, Social Bookmarks und Abstimmungen bei Yigg wären wie immer schön :).

Der Sinn von Internetseiten

Nur wer den Sinn von Internetseiten wirklich verstanden hat, kann zu einem guten Webdesigner werden. Um den Sinn auszumachen, braucht es nur eine simple Frage und ihre Antwort: Was wollen die Nutzer normalerweise auf einer Internetseite?
Mögliche Antworten:
a) Tolle Grafiken/Effekte/Hintergrundmusik/Animationen oder sonstiges bestaunen
b) Informationen finden

Ich denke, die Frage ist leicht beantwortet. Natürlich möchte ein User möglichst schnell zu den gesuchten Informationen finden. Die Aufgabe eines Webdesigners ist es daher, mit seinen gestalterischen Fähigkeiten den User zu unterstützen!

Wie macht man das?

Das ist natürlich der springende Punkt. Wie schafft man es, den Content so zu verpacken, dass der Nutzer schnell dahin kommt, wohin er will. Was nun folgt, sollte euch dabei helfen, eure Seite Benutzerfreundlicher zu machen. Da kann ich auch gleich mal ein Fachwort in die Runde werfen: Benutzerfreundlichkeit=Usability.

Was gehört zu Usability?

Einfach alles, was dem Nutzer dabei helfen kann seine gewünschten Informationen schneller zu finden gehört zum Thema Usability. Außerdem gehört auch alles zu dem Thema, was dem Nutzer den Aufenthalt auf der Website angenehmer macht.

Tipps

Erfüllt die Erwartungen der Benutzer
Ich sehe es schon kommen, dass mir hier viele wiedersprechen werden. Ja, um sich von der Konkurrenz abzuheben, sollte man natürlich nicht genau deren Stil übernehmen. Wer eine neue Suchmaschine etablieren will, sollte natürlich nicht Googles minimalistischen Stil kopieren. Das geht schief.
Aber dennoch gibt es ein paar Sachen, die man beachten sollte. Ein Beispiel: Welcher User erwartet eine Navigation unten rechts in der Ecke? Natürlich niemand und wenn die Nutzer nach der Navigation suchen müssen, ist die Website in 99% der Fälle Schrott!

Content: Weniger ist mehr!
Wer liest schon gerne lange Texte am Bildschirm. Bei den Texten sollte man wichtige und unwichtige Informationen trennen. Kurz und knackig muss es sein.

Contentgestaltung
Listen, Überschriften und Textattribute wie Fett erleichtern es für den User längere Texte zu erfassen. Es ist erwiesen, dass Surfende Texte kaum von vorne bis hinten lesen. Sie überfliegen ihn und Überschriften usw. helfen dabei enorm.  ‘
Weiterhin gehört die Linkgestaltung dazu. Jeder Link im Content sollte klar erkennbar sein und innerhalb einer Internetseite sollten Links ihre Erscheinung auch nicht verändern.

Alt-Attribut bei Bildern
Wenn die Bilder mal nicht laden oder der Nutzer die ausgeschaltet hat, wird der Inhalt dieses Attributs angezeigt.Versucht also für jedes Bild einen aussagekräftigen Titel zu finden.

Klare Navigation
Die Navigation muss so klar strukturiert sein, dass der Nutzer sie ohne nachzudenken benutzen kann. Nur mit einer logischen Navigation kann ein Nutzer gut auf die Unterseiten gelangen. Außerdem sollte man darauf achten, dass jede Unterseite mit höchstens 3 Klicks erreichbar ist.

Schnelle Ladezeiten
Fast niemand wird lange Ladezeiten akzeptieren. Wenn ihr eure Nutzer binden wollt, ist dies ein wesentlicher Faktor, der leider dauernd unterschätzt wird. Zwar habe die meisten einen sehr leistungsfähigen Internetanschluss, aber das gilt lange nicht für alle. Außerdem muss man auch an das mobile Internet denken. Dieses Publikum wird zu häufig ignoriert, obwohl es stark im Kommen ist.

Gestalterische Mittel richtig nutzen
Meiner Meinung nach ist das der schwierigste und wichtigste Punkt. Es geht nicht nur um die Ästhetik der Seite sonders auch um den Sinn der einzelnen Gestaltungsmerkmale.
Beispiel: Mit einem auffälligen Farbwechsel erregt man Aufmerksamkeit. Nutzt solche Sachen und gebt dem Jetzt kaufen Button zum Beispiel statt der Farbe, die ins Schema passt, eine völlig andere.

In jedem Browser nutzbar
Ich denke, dass man zu diesem Punkt nichts sagen muss.

Klare Struktur
Die Struktur der Inhalte sollte klar ersichtlich, logisch und möglichst immer gleich sein. Beispielsweise ist die Sidebar dieses Blogs immer rechts vom Inhalt. Würde euch es nicht überraschen, wenn diese plötzlich links wäre? Weiterhin sollten die Farben auch immer gleich verteilt werden. Der Jetzt kaufen Button eines Shops sollte zum Beispiel auf der Startseite und allen Unterseiten die gleiche Farbe und Form haben.

Fazit

Nach dem Lesen dieses Beitrags sollte euch der Sinn einer Internetseite total klar sein: Kommunikation. Es geht darum Informationen mitzuteilen und Webdesigner müssen diese passend präsentieren.

10 Kommentare

  1. NeX
    7. September 2008 um 22:27 Uhr

    Sehr gut!

  2. nastorseriessix
    8. September 2008 um 00:21 Uhr

    Lange Ladezeiten, da können 80% aller Blogs nicht mehr mithalten. Die meisten Blogs sind doch mitterlweile voll von irgendwelchen Images, Icons, oder sonstigen Bilder. Meist fängt das geblinke schon auf der Startseite an und geht dann bis zum schluss so weiter. 😉

    Amerika lässt grüßen…

    nastorseriessixs letzter Beitrag..Layer-Ads Werbung für fast Jeden…

  3. OrangeBlue
    8. September 2008 um 11:18 Uhr

    Was soll man sagen… wie immer halt, SUPER ARTIKEL !

  4. Mediensache
    8. September 2008 um 12:11 Uhr

    Deinem Artikel stimme ich im vollem und ganzen zu, aber dies alles umzusetzen ist oftmals deutlich schwieriger. ich finde, wenn man selber ein layout kreiert und am überlegen ist, wo man welche elemente der webseite unterbringen soll, braucht man ewig. ich bin eigentlich nie zufrieden. und wenn es mir gefällt, dann habe ich in 30 tagen wieder etwas am design auszusetzen. naja liegt aber womöglich auch daran, dass ich selber noch vieles lerne und am ausprobieren bin.

    Mediensaches letzter Beitrag..Medienwoche 36 – Rückblick

  5. Uraiwan
    8. September 2008 um 12:40 Uhr

    Richtig! Und ich denke, die meisten (altgedienten) Web-Designer wissen das.

    Das Problem fängt dann an, dieses den Kunden verständlich zu machen.

    Ein Beitrag “Wie erklär ich´s meinen Kunden, das auf die Startseite keine aufwendigen Flash-Animationen kommen ?” wäre super 😉

  6. nastorseriessix
    8. September 2008 um 13:54 Uhr

    Einfach mal als Webdesigner oder Programmierer dem Kunden klar machen, das dass scheisse ist wenn die Startseite durch Flash und Co. ausgebremst wird beim laden und zwar extrem. 😛

  7. Lennart Prange
    8. September 2008 um 14:35 Uhr

    Erstmal danke für Lob und Kritik :)!

    @ Mediensache: Natürlich gilt auch hier der Grundsatz: Leichter gesagt als getan. Aber mit etwas Übung und Erfahrung wird es einem immer leichter fallen, die einzelnen Elemente logisch und gut zu positionieren.

    @ Uraiwan : Klasse Idee! Ich werde mich mal um so einen Beitrag kümmern. 🙂

  8. ran
    4. November 2008 um 16:35 Uhr

    “Ich denke, die Frage ist leicht beantwortet. Natürlich möchte ein User möglichst schnell zu den gesuchten Informationen finden. Die Aufgabe eines Webdesigners ist es daher, mit seinen gestalterischen Fähigkeiten den User zu unterstützen!”
    Ja, aber man muss noch an die Zielgruppe denken: Feine Designarbeit kostet Geld und Zeit, schicke Ideen und deren Umsetzung kommen oft nur für den Enterprise in Frage.
    Und auf der anderen Seite: Gesucht wird nach den wertvollen UND kostenlosen Downloads, idealerweise bei denen man noch für das eigene Geschäft dazulernt

Trackbacks/Pingbacks