Der Weg zu einer besseren 404-Fehler Seite

  • von Lennart Prange

404_ Schluss, aus. Unser “Error 404 – Not Found” muss endlich weg. Das ist ein guter Zeitpunkt, sich mit der Gestaltung von 404 Seiten zu beschäftigen. Für optimale Usability sollte man eine bearbeite 404 Seite vorweisen. Man kann viel mehr machen als den Besuchern nur zu sagen, dass die gewünschte Seite nicht gefunden wurde.
Die Standard Fehler-Seite ist alles andere als professionell. Ich habe mich mal ans Gestalten einer neuen Fehler-Seite für dieses Blog gemacht. Hier seht ihr das Ergebnis.

Ich würde mich wie immer über Kommentare und Social Bookmarks freuen. Viel Spaß mit dem Beitrag.

1. Das Ziel der Fehler-Seite

Die Fehler-Seite soll den Nutzern nicht nur zeigen, dass das, was sie gesucht haben, nicht da ist. Sie soll auch verhindern, dass die Nutzer sofort wieder verschwinden, wenn sie die 404 Meldung sehen. Das passiert nämlich Normalerweise.

2. Der Text

Als erstes muss der Standard Text weg. Man sollte sich mit etwas Humor von der sonst sehr trockenen Meldung entfernen. Aufjedenfall sollte man auf irgendwelche Fachwörter verzichten. Der Text muss für jeden verständlich sein und einfach aussagen, dass das, was man gesucht hat, nicht da ist. Außerdem sollte er nicht zu lang sein.

Unser Text:

Huch,
da ist was schiefgegangen. Du hast nach etwas gesucht, was nicht hier ist. Vielleicht ist die Seite einfach verschwunden, vielleicht haben wir sie gelöscht oder vielleicht hast du dich vertippt und die Seite war nie da. Fest steht: Hier ist nichts.

3. Funktionsmöglichkeiten

Beachtet, dass ihr nicht zu viel einbaut und die Fehler-Seite unübersichtlich wird. Alle Funktionen sollen dafür sorgen, dass der Besucher nicht abhaut.

  • Sitemap – Ich mag Sitemaps nicht, aber viele navigieren damit gerne durch größere Seite. Deswegen bietet es sich an, eine Sitemap auf der Fehler-Seite anzeigen zu lassen. Allerdings riskiert man, dass die Fehler-Seite unübersichtlich wird und daher sollte man sich vielleicht auf einen Link zur Sitemap beschränken.
  • Suche – Entweder man verweist auf die Suche oder man baut sie direkt ein. Die Suche sollte bei jeder Fehler-Seite irgendwie mit dabei sein.
  • Startseite – Ein Link, welcher zurück zur Startseite führt, ist Pflicht.
  • Beiträge – Es bietet sich auch an, die neusten News darzustellen. Beliebte Beiträge wären auch eine Möglichkeiten. Damit sind aber nicht die kompletten Beiträge gemeint, sondern Links zu interessanten Inhalten. Danke an Steffen für den Hinweis.
  • Weiterleitung zur Startseite – Die Weiterleitung zur Startseite erwähne ich nur, um euch davon abzuraten. Sie verwirrt den Nutzer und sonst nichts.

4. Die Gestaltung

Ganz klar: minimalistisch. Keine überflüssigen Effekte und übersichtlich mit genug white space. Alles andere verwirrt nur. Ein Icon kann sich gut machen, ist aber keine Pflicht. Ich habe eine Box genommen, um das Wichtigste hervorzuheben und für Übersicht zu sorgen. An den Links könnte man noch was tun. Hier unsere neue 404 Seite:

404

9 Kommentare

  1. André
    4. Januar 2009 um 12:26 Uhr

    Ich liebe kreative Fehlerseiten – da sind manchmal richtige Lacher bei. Als Rivva kürzlich ausfiel gab es eine kurze Meldung der Art “Wer hat’s kaputt gemacht?” und dazu ein YouTube-Video vom Krümelmonster, das eine Maschine zerlegt. Einfach herrlich – da war der Ausfall direkt Nebensache.

    Zur Auflockerung der Fehlerseiten sind übrigens die Grafiken von Adam Koford (oder direkt bei Flicker) auch sehr gut geeignet.

    Andrés letzter Beitrag..Jahresrückblick 2008

  2. Manuel
    4. Januar 2009 um 13:09 Uhr

    Kannte bisher nur die Idee mit der Sitemap, welche sich ja auch aus SEO-Sicht, (noch) am positivsten auswirkt. Die Auflistung von Beiträgen ist mir neu und sicherlich ein guter Blickfang, um den “verstörten” Besucher sich wieder zurück zu angeln!

    Die Seite PatternTap.com bietet dazu eine recht anschauliche Auflistung von kreativen und teilweise gut durchschaubaren 404-Seiten an.

  3. Lennart Prange
    4. Januar 2009 um 16:17 Uhr

    Bei einem Ausfall bietet sich Youtube natürlich an. So können sich die Nutzer ein wenig die Zeit vertreiben.
    Die Grafiken von Adam Kofors sind sehr schön.

    Danke für den Hinweis auf PatternTap Manuel. Ich kannte die Seite noch nicht.

  4. Yiim
    4. Januar 2009 um 18:56 Uhr

    Finde ich persönlich auch besser solche 404 Seiten.

    Yiims letzter Beitrag..iTunes: Elbow mit Grounds For Divorce kostenlos

  5. Steffen
    5. Januar 2009 um 16:32 Uhr

    Alternativen Inhalt einzublenden (z.B. News) ist aus usability Sicht nicht zu empfehlen. Der Benutzer muss sich da erst mal bemühen, den alternativen Inhalt als solchen zu identifizieren. Z.B.: Benutzer sucht via google nach einem Inhalt X, und landet auf einer 404 Seite. Wenn dort dann Inhalt zu finden sind, geht man intuitiv davon aus, dass dies der erwartete Inhalt X ist und nicht ein sonstiger Inhalt. Links sind ok, wenn sie die Erwartung des Suchenden berücksichtigt: z.B. Schlagworte im Referer und der URL auswerten und Links auf Seiten zu diesen Schlagworten anbieten.

    @Lennart: Für zeitweise Ausfälle ist 404 nicht gedacht, sondern für nicht existente Inhalte.

  6. Lennart Prange
    5. Januar 2009 um 16:45 Uhr

    @ Steffen: Wann wurde gesagt, dass 404 Seiten für einen Ausfall gedacht sind?

    Was die alternativen Inhalte angeht: Ich habe mich ungenau ausgedrückt. Ich meine natürlich Links zu alternativen Inhalten, wie es auch auf unserer 404-Fehler Seite zu sehen ist. Wenn man den kompletten Inhalt von Beiträgen zeigen würde, würde das in nichts anderem als Verwirrung enden. Da hast du natürlich recht.

  7. Sascha
    10. Januar 2009 um 17:40 Uhr

    Ist zwar logisch, aber ein User sollte erst gar nicht auf einer 404 Seite landen. Dabei gilt es primär die google anforderungen an eine 404 Seite zu beachten. Den nur google verweist auf 404 Seiten. Meist auch nur, weil diese im header nicht korrekt sind.

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