Eigener Stil: Wie findet man ihn? Ist er wichtig?

  • von Lennart Prange

Man hört häufig die Frage: “Hey, wie habt ihr eigentlich euren eigenen Stil gefunden? Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben?” Ich möchte diese Frage gerne beantworten und auch noch etwas weitergehen: Mich beschäftigt eher die Frage, ob der eigene Stil tatsächlich wichtig ist. Auch das werde ich versuchen zu beantworten und ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Social Bookmarks, Kommentare und Abstimmungen bei Yigg wären wie immer wunderbar. Viel Spaß mit dem Beitrag.

1. Wie findet ein Webdesigner seinen eigenen Stil?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Versuche dich an jedem Stil, den es in der Szene gibt. Probiere Grunge Design, edles Design, Web 2.0 Stil, Illustrationen, Design mit Charakteren, Animationen usw.
Das wird aber recht aufwändig. Daher biete ich hier mal schnell eine kleine Hilfestellung. Guckt euch einfach die nachfolgenden Werke an und schaut, welche euch am meisten zusagen. An diesen Stilrichtungen solltet ihr euch zuerst probieren. So kommt ihr wahrscheinlich viel schneller zu dem gewünschten Ergebnis, als wenn ihr drauf los designed.

darklightart - ein hervorragendes Beispiel für Grunge Design

darklightart - ein hervorragendes Beispiel für Grunge Design

wishlistr - Web 2.0 Stil

wishlistr - Web 2.0 Stil

webdesignerwall - Grunge Elemente und illustrierter Hintergrund.

webdesignerwall - Grunge Elemente und illustrierter Hintergrund

sr28 - Web Charaktere und Muster im Hintergrund

sr28 - Charakter und Muster im Hintergrund

Ich stehe jetzt vor der Situation, dass mir alle Stilrichtungen gefallen. Ich kann keinen Favoriten ausmachen und deshalb kümmere ich mich auch nicht weiter darum. Ich mag alle Stilrichtungen, designe in alle Stilrichtungen und fertig. Den eigenen Stil brauche ich nicht. Warum das so ist, erläutere ich im folgenden Abschnitt.

2. Ist der eigene Stil für einen Webdesigner wirklich wichtig?

Ich denke, dass hier die Meinungen weit auseinander gehen und deshalb würde ich mich auch über eure Ansichten freuen.
Ich frage mich schon länger, ob der eigene Stil wirklich von Nöten ist. Begrenzt man sich nicht eher, wenn man sich nur auf einen Stil konzentriert? Ich würde das mit einer Spezialisierung gleichsetzen und wahrscheinlich hat man eine größere Chance, in dem bestimmten Stil perfekt zu werden, als wenn man sich mit allem beschäftigt. Aber jeder Kunde will etwas anderes und man wird keinen Job bekommen, wenn ein potenzieller Kunde das Portfolio besucht, auf der Suche nach einem Designer ist, der sich mit schlichten Designs auskennt, und dort nur grafisch aufwändige Grunge Designs vorfindet.
Seinen eigenen Stil zu haben ist zwar ok, aber man sollte sich meiner Meinung nach nicht auf ihn konzentrieren.
Nur bei eigenen Seiten kommt es für Webdesigner doch wirklich darauf an, ihren Stil voll und ganz auszuleben.

Fazit

Ich würde nicht so viele Zeit in die Suche des eigenen Stils investieren. Er wird beim designen schon irgendwann kommen und wenn nicht ist das auch nicht so schlimm. Ich denke, dass Kunden von einem Universal Talent begeisterter sein werden, als von einem Webdesigner, der das Grunge design in Perfektion ausübt.
Das ist natürlich meine Meinung und andere Designer würde vielleicht etwas ganz anderes raten. Warten wir es ab. Die Kommentare warten. Und für Blogger: Eine Trackbackfunktion gibt es hier auch ;).

4 Kommentare

  1. Michael Asperger
    30. August 2008 um 16:43 Uhr

    Volle Zustimmung. Ich denke, wenn man krampfhaft bemüht nach dem eigenen Stil sucht, wirkt das Ergebnis eher aufgesetzt und eindimensional. Und manche Leute tendieren dazu, ihre Websites immer relativ ähnlich zu gestalten (was ich langweilig und nicht sinnvoll finde) und das dann als “eigenen Stil” zu verkaufen. Sinnvoll und notwendig finde ich es dagegen, nach einem Stil für eine bestimmte Website zu suchen, da hat man dann ja auch konkrete Anforderungen, eine Zielgruppe etc. Schließlich macht man Websites im Allgemeinen nicht für sich selbst.
    Schöne Beispielseiten übrigens.

  2. Marvin
    30. August 2008 um 20:14 Uhr

    Ich denke man kann gegen seinen “eigenen Stil” gar nichts machen.
    Wenn er z.B. vielleicht für ein Kundenprojekt nicht 100% einfliessen kann, so sieht man aber vielleicht an kleinen Details vom wem es kommt, was sozusagen die “Marke” ist ohne das man was dagegen tuhen kann. Sich darüber Gedanken zu machen halte ich allerdings für sinnlos.
    Man hat ihn ohne es zu merken, den “eigenen” Stil. Das ist wichtiger als irgendwelchen Pseudo-Individualismus hinterherzujagen 😉

    im übrigen sehr erfrischende Themawahl. Daumen hoch.

    Marvins letzter Beitrag..Einfaches CSS Layout erstellen

  3. maurice
    30. August 2008 um 20:21 Uhr

    Ich denke einen eigenen Stil kann man nicht erlernen, dieser entwickelt sich mit der Zeit und das auch nicht von heute auf morgen. Und so wichtig ein eigener Stil auch ist, so sollte man doch stets in der Lage sein, auch auf die Wünsche der Kunden einzugehen.

    Sicherlich kann man seinen eigenen, unverkennbaren Stil entwickeln und dann hoffen, dass sich genug Kunden finden, die genau diesen Stil haben wollen. Ich denke aber, das ist die falsche Richtung. Wie in vielen Dingen, ist die Mischung hier sicherlich wichtig und die muss – gähn, wie langweilig – jeder für sich selber finden.

  4. stylekeeper
    5. November 2008 um 14:58 Uhr

    der eigene stil ist ziemlich sch… egal solange er toll aussieht. ist der kunde zufrieden und dein style gut dann brauchst du kein eigenen stil. ich finde diesen ausdruck falsch. stile und styles verändern sich und wenn man zu sehr mit einer sache beschäftigt ist, dann probiert man nichts neues aus. ausserdem wer photoshop/freehand-illu/flash etc. beherscht und ein top designer ist, der kann auch eine wunderschöne website für kloschüsseln entwerfen.

    es gibt mittlerweile so viel web.2 stile die todlangweilig sind weil sich die ganze webgemeinde darauf eingeschworen hat. die finden die styles nur schön, weil sie kein richtigen desigern sind und diese leicht umsetzen könne. und das ist eben auch ein vorteil oder auch nachteil des web.2… jeder kann sich seine “schöne” seite selbst bauen.

    ich glaube es wird bald aus sein mit all den glossy, grunge usw. es gibt doch wirklich seiten, die ähneln so dermassen, das man denkt die haben es mit hilfe des gleichen tutorials gebaut…