Ein Grafiktablett – braucht man es wirklich?

  • von Lennart Prange

tablett Viele Grafiker und Webdesigner haben den Traum von einem Grafiktablett. Man könne viel schneller arbeiten und endlich richtig zeichnen. Aber braucht man es als Webdesigner wirklich, oder kann man sich das Geld sparen? Diese Frage möchte ich in diesem Beitrag klären und zu einem klaren Ergebnis kommen. Vielleicht kann der ein oder andere von euch ja auch über seine Erfahrungen berichten? Ich benutze übrigens das Wacom Graphire 4 xl. Wie sieht es bei euch aus?

Kommentare und Social Bookmarks würden mich freuen.

Vorteile eines Grafiktabletts
  • Angenehm – Eine Maus beansprucht das Handgelenk bei intensiver Nutzung ziemlich. Mit einem Grafiktablett ist diese Sorge dahin. Arbeiten könnte nicht angenehmer sein.
  • Genau – Arbeiten wie das Freistellen von Objekten und Menschen kann man mit einem Grafiktablett viel genauer erledigen. Die Arbeit mit dem Stift ist lange nicht so wackelig wie die mit der Maus. Man kann Konturen viel leichter umziehen.
  • Abpausen – Viele Grafiktabletts bieten die Möglichkeit, durch Papier hindurch zu zeichnen. Deshalb kann man analoge Skizzen und Bilder einfach digitalisieren. Für viele wird das ein großer Vorteil sein.
    Natürlich relativiert ein Scanner diesen Vorteil etwas.
  • Malen und zeichnen – Der größte Vorteil gegenüber der Maus ist natürlich, dass man mit einem Stift viel besser malen und zeichnen kann. Endlich kann man Formen nicht nur andeuten, sondern sie auch genau Zeichnen. So kann man seine Skizzen gleich auf dem Computer anfertigen und muss nicht erst zu Stift und Papier greifen.
  • Absolute Positionierung – Wenn man auf dem Grafiktablett den Stift in die Mitte bewegt, wird man den Cursor auch in der Mitte wiederfinden. Hält man aber den Stift unten links in die Ecke, ist der Cursor dort. Das nennt man absolute Positionierung. Wer kennt es nicht, dass das Mauspad plötzlich zu klein ist und man erst absetzen muss. Mit einem Grafiktablett ist das passé. Natürlich muss man sich erst daran gewöhnen, aber dann ist es eine wirkliche Erleichterung.
  • Schnell – Das Arbeiten geht viel schneller. Vor allem beim Freistellen fällt auf, dass man mit der Maus extrem lange gebraucht hat. Die meistens programmierbaren Sondertasten machen das Arbeitserlebnis noch besser.
  • Beidhändig – Links -und Rechtshänder können Grafiktabletts benutzen. Das könnte für einige Menschen ein Vorteil sein.
Nachteile eines Grafiktabletts
  • Preis – Ein Grafiktablett ist nicht billig und das ist der einzige wirkliche Nachteil, den ich finden konnte.
Meine Erfahrungen…

… sind nur positiv. Als ich das Tablett bekam, war ich etwas skeptisch, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit (1-2 Stunden) konnte ich prima damit arbeiten und es hat alle Erwartungen übertroffen. Ich kann Internetseiten nun individueller gestalten und auch höhere Qualität bieten. Außerdem bin ich bei fast allem, was mit Photoshop zu tun hat, um einiges schneller. Dadurch wird meiner Meinung nach auch der hohe Preis wieder ok. Zeit ist ja bekanntlich Geld. Weiterhin kann ich sagen, dass mir die Arbeit mit einem Grafiktablett viel mehr Spaß macht als mit einer Maus. Auch dadurch wird die Qualität besser.

Fazit

Die Anschaffung eines Grafiktabletts ist für Webdesigner definitiv keine Pflicht. Vieles, was man mit so einem Gerät machen kann, ist auch mit der Maus möglich. Allerdings ist das Arbeiten mit einem Grafiktablett einfach etwas Anderes! Meiner Meinung nach kann man viel schneller und präziser arbeiten und man sollte ja immer nach dem besten Ergebnis streben.

Kaufberatung

Ich konnte mehr Tabletts testen, als nur mein eigenes. Und ich muss sagen, dass ein Wacom seinen Preis wert ist. Ich finde es viel besser als alle anderen, die ich ausprobiert habe. Jeder sollte vor einem Kauf mehrere Tabletts testen, um den Unterschied zu bemerken. Und dann sollte man sich auch länger als eine halbe Stunde dran setzen, da man die Eingewöhnungszeit bedenken muss.

9 Kommentare

  1. Sebastian Erhardt
    5. Oktober 2008 um 22:17 Uhr

    muss ich mir auch mal Gedanken machen mir eins zu kaufen 🙂

  2. H3ad5hot
    5. Oktober 2008 um 22:49 Uhr

    Werd mir wahrscheinlich auch eins holen, aber eher ein billiges wie z.B Wacom Bamboo Fun

  3. pibo
    5. Oktober 2008 um 23:10 Uhr

    Nutze seit ca. 6Monaten ein 16/9 WACOM DIN A3 Intuos.
    Im Grunde kann ich den oben genannten Punkten zustimmen, nur bei ein zwei Sachen eher nicht.

    Das wesentliche ist die Geschwindigkeit – man arbeitet “wirklich” 2-3mal schneller als mit einer Maus!

    Wenn es um eine “hohe” Genauigkeit geht, muss der Stift leider passen. Wenn es darum geht ein Objekt z.B. 1px zu verscheiben ist dieses oftmals Glückssache. Hierzu nehme ich gerne die Maus.

    Praktisch sind auch noch die 8-Sondertasten, die frei konfiguriert werden können.

    Ich bin der Meinung, das wenn man sich nicht ausschließlich mit Code und Text arbeitet, durchaus jeder Webdesigner ein Grafiktablett benötigen würde.

  4. Tartanrocker
    6. Oktober 2008 um 13:01 Uhr

    Nein!

    – sag ich jetzt einfach mal. Für den typischen Webdesigner ist es eine Erleichterung, aber wie gesagt kein Muss. Wie Gerrit van Aaken in seinem Jahresfazit (http://praegnanz.de/weblog/gerrit-macht-sich-frei-teil-5-das-erste-jahr) festgehalten hat, bestehen nur knapp 14% aus Screendesign, für den Rest, das ganze Geschreibsel ist die Maus sogar besser.

    Wenn man sich aber haupt- oder nebensächlich auch noch mit Fotografie oder digital Painting beschäftigt, kommt man nicht umhin. Gerade zum Freistellen ist es ein Traum. Meine derzeitige Website wäre ohne unmöglich gewesen 😀 Ich habe btw ebenfalls das Graphire4 XL.

  5. stefano picco
    6. Oktober 2008 um 17:32 Uhr

    Ich hätte sehr gerne eins, allein schon um meine 5832098509 Srcibbles direkt in digitaler Form zu haben. Grade bei Web-Design zeichne ich gerne erstmal grob meine Ideen und entwickel sie weiter bis ich mich auf das Grundlayout entschieden habe und die Umsetzung beginnen kann für eine adäquate Präsentation 🙂

    stefano piccos letzter Beitrag..Barcode Design – endlich

  6. Lennart Prange
    6. Oktober 2008 um 20:58 Uhr

    @ pibo: A3… stark 😀 für 1px Verschiebungen benutze ich immer die Pfeiltasten. Natürlich ist für sowas der Stift nicht geeignet. Die Maus aber auch nicht.

    @ Tartanrocker: Ja, wie gesagt: Freistellen bringt mit einem Grafiktablett endlich Spaß 😀 früher habe ich es gehasst…

    @ Headshot: Ich habe viel Positives von dem Tablett gehört. Ich würde es an deiner Stelle mal testen und gucken, ob es dir nicht zu klein ist.

    @ stefano: Für Skizzen ist das wirklich hilfreich. Obwohl ich sagen muss, dass ich immer noch lieber mit Stift und Papier vorzeichne. Layouts jedenfalls.

  7. pibo
    6. Oktober 2008 um 23:53 Uhr

    @Lennart Prange: ja hast recht, aber manchmal kann man die Pfeiltasten nicht zum “verschieben” nutzen, weil sie ein Objekt vergrösseren/skalieren.

    Vielleicht würde das Beispiel, “eine Schrift/Objekt um 1px, anhand der Eckpunkte, gleichmäßig skalieren” – besser zutreffen?!
    – dort ist es oftmals eine Glücksache 😉

    Übrigens befindet sich, für Skizzen, immer ein Bleistift in meiner nähe. Diesen kann ein Grafiktablett wirklich nicht 100%ig ersetzten.

  8. Manuel
    22. Juni 2009 um 22:37 Uhr

    Besitze selbst ein Volito und schließe mich der Meinung an. Meine besten Erfahrungen habe ich mit Wacom gemacht. Allerdings stört mich die geringe Fläche von A6 zunehmend mehr. Nur ob sich der deutliche Aufpreis für A5 oder gar A4 lohnt?
    Vielleicht kann ein Umsteiger aus dieser Richtung ja einen Tipp dazu geben?

  9. dynamind
    19. September 2010 um 20:13 Uhr

    ich kann jedem das Intuos4 L ans herz legen, die 400 Euro hat man schnell mal zusammen und die Größe ist mit 474 mm x 320 mm optimal. Sie Sensoren sind hervorragend, alles in allem ein Spitzengerät.