Endlich effektiv arbeiten!

  • von Lennart Prange

Wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, hat man als Designer häufig folgendes Problem: Der Auftrag kommt rein, man begibt sich an die Arbeit. Allerdings lässt man sich ständig ablenken und wundert sich dann, wie spät es schon ist. Es gibt mehrere Wege, um als Designer effektiver Arbeiten zu können. Diese will ich hier aufzählen und näher beschreiben.

Kommentare, Social Bookmarks und Abstimmungen bei Yigg wären wie immer wunderbar ;).

1. Arbeitet nicht von zu Hause

Wenn es irgendwie geht, sollte man nicht von zu Hause arbeiten. Klar, die Möglichkeit klingt verlockend. Man kann aufstehen wann man will, sich um Sachen kümmern, für die man sonst keine Zeit hätte. Die Umgebung ist sehr vertraut und das ist auch das Problem. Es gibt einfach extrem viel, wodurch man abgelenkt werden kann. Der Fernseher, das Telefon oder Haustiere bringen einen häufig aus dem Rhythmus.
Weiterhin passiert es auch leicht, dass man einfach mehr arbeitet. In der so vertrauten Umgebung ist es viel schwerer den Computer auszumachen und die Arbeit zu beenden.

Wenn man dennoch von zu Hause aus arbeiten möchte, sollte man darauf achten, sich feste Arbeitszeiten einzuteilen. In diesen Zeiten sollte man auch wirklich arbeiten und am besten sagt man Freunden und Bekannten, dass man in dieser Zeit eher nicht gestört werden will. Außerdem sollte man sich ein Arbeitszimmer einrichten, welches nur das Nötigste enthält.

2. Benutzt einen Stundenplan

Ja, richtig. Genau wie in der Schule solltet ihr euch für jedes Projekt einen Stundenplan einrichten.
Zum Beispiel:

To do: Datum: Zeit:
Alles Icons fertigstellen 3. September 09:00 Uhr
Startseite skizzieren 3. September 10:00 Uhr
Startseite umsetzen 3. September 11:30 Uhr
Mittagspause 3. September 12:30 Uhr

Usw. Ich denke, dass man dadurch um einiges schneller arbeitet. Man hat vom Kunden eine Deadline für das komplette Projekt bekommen und setzt sich nun mit eigenen Deadlines selber ein wenig unter Druck. Natürlich muss der Plan strikt befolgt werden. Sonst bringt das nichts.

3. Öffnet nicht euren Feed Reader

Das ist kein Scherz. Wer so wie ich ca. 70 Blogs im Reader hat, wird bei Öffnen des selben von neuen Beiträgen geradezu überhäuft. Dann liest man hier und da einen Beitrag und schon ist eine Stunde rum. Blogs usw. kann man nach der Arbeitszeit lesen. Die einzige Ausnahme ist daswebdesignblog. Das Blog kann man auch zwischendurch mal öffnen ;).

4. Lernt Tastenkombinationen

Wenn man Tastenkombinationen lernt, vor allem in den Adobe Lösungen, kann man massig Zeit sparen. Außerdem sparen Aktionen und Stile in Photoshop Zeit. Setzt euch damit auseinander und lernt, wie man damit umgeht.

5. Kommunikation raubt Zeit

Zählt mal, wie häufig ihr am Tag auf den Senden/Empfangen Button in eurem E-Mail Programm klickt. Ich denke, dass die meisten von euch feststellen werden, dass sie geradezu e-mail-Junkies sind. Außerdem sollte man vermeiden einen Instant Messenger auch nur zu starten! Diese Programme sind zwar eine tolle Sache, im Grunde rauben sie aber viel zu viel Zeit.
Was fehlt? Achja, Meetings. Kunden, die immer über alles reden wollen und jeden zweiten Tag ein Meeting verlangen, sollten sie davon überzeugen, dass man Probleme auch per e-mail oder Telefon  klären kann.

6. Lustlosigkeit ignorieren

Wenn man Lustlos ist, lässt man sich leichter ablenken und vertreibt sich die Zeit häufig mit völlig schwachsinnigen Dingen, die nichts und niemandem Nützen. Solche Phasen muss man ignorieren und einfach weiterarbeiten. Arbeit kann einfach nicht immer Spaß machen. Wer was erreichen will, muss sich auch ein wenig quälen.

7. Konzentriert euch nur auf eine Aufgabe

Hierfür ist der oben angesprochene Stundenplan sehr nützlich. Euer Gehirn wird am schnellsten arbeiten, wenn ihr euch nur auf eine Sache zur Zeit konzentriert. Beendet beispielsweise erst die Arbeiten an der Startseite, bevor ihr anfangt die Unterseiten zu planen. Für Multitasking ist der Mensch einfach nicht geschaffen ;).

8. Sortiert euren Computer und eure Umgebung

Mir wurde ja immer eingetrichtert, dass mein Arbeitsplatz aufgeräumt sein sollte, da ich dann die Sachen, die ich brauche, schneller wiederfinde und man sich dann auch wohler fühlt. Der Desktop gehört ebenso wie der Schreibtisch zu der Arbeitsumgebung und sollte klar strukturiert und möglichst aufgeräumt sein.

9. Was fehlt?

12 Kommentare

  1. H3ad5hot
    3. September 2008 um 20:21 Uhr

    nice, werds mal befolgen ich versuche derzeit auch ein paar Webdesigns zu fertigen, höre aber immer kurz vor der Vollendung auf, weil ich keine Lust mehr habe und es dann einfach auf der Festplatte gammeln lasse und dann wieder ein neues anfange.

  2. bloggylicious
    3. September 2008 um 21:43 Uhr

    Netter Beitrag. Das mit dem FeedReader kann ich nur bestätigen. Das beansprucht echt jede Menge Zeit. Schrecklich 🙂

    bloggyliciouss letzter Beitrag..Goldene Zeiten für Eigenimporte? Zollfreibetrag wird gesenkt

  3. Claudia
    4. September 2008 um 08:13 Uhr

    Komisch, ich arbeite grade deshalb selbständig

    -> weil ich NICHT 9-to-5 in ein Büro düsen muss
    -> weil ich NICHT an einen Stundenplan gebunden bin
    -> weil ich spontan die Arbeit unterbrechen und etwas anderes tun kann

    und es macht tatsächlich glücklich! 🙂

  4. OrangeBlue
    4. September 2008 um 11:47 Uhr

    Gute Tips 🙂

  5. uraiwan
    4. September 2008 um 16:46 Uhr

    @Claudia

    Richtig! Auch ich genieße es, schöpfrisch tätig zu sein, wenn “mich die Muse küsst” und nicht wenn die Stechuhr tickt.

    Arbeiten zuhause ist ideal, manchmal habe ich die besten Ideen und die meiste Power morgens zum Frühstück oder nachts um 12. Gut wenn man da seinen AP zugriffsbereit hat. Da kann man ruhig mal bis Mittag im Schlafanzug vor dem Rechner sitzen und produktiv sein.

    Habe deshalb extra mein Büro vor 10 Jahren aufgegeben und es nie bereut. Von der Kosteneinsparung (Miete, Fahrzeit) mal ganz zu schweigen.

  6. Marvin
    5. September 2008 um 07:58 Uhr

    Ich hab gerade so einen ähnlichen Artikel in Englisch gelesen.
    Aber trotzdem sehr interessant 😉

    Marvins letzter Beitrag..Artcore goes WordPress

  7. Lennart Prange
    6. September 2008 um 15:17 Uhr

    Danke für Lob und Kritik. Claudia und Uraiwan: Und, schafft ihr es wirklich konzentriert zu bleiben?

  8. Uraiwan
    6. September 2008 um 15:42 Uhr

    @Lennart

    Ja, das ist kein Problem. Schließlich ist auch das eine Art von Professionalität und man darf nie vergessen, das man davon lebt. Außerdem kann man ja E-Mail Programm, Telefon und Handy einfach mal ausschalten oder ignorieren.
    Und wenn ich zwischendurch mal eine Pause brauche, kann ich mir was in der Küche kochen, gemütlich baden oder was in der Glotze schauen. Danach kann ich gut weiterarbeiten. In einem Büro unmöglich.

  9. Andre Mischke
    15. März 2010 um 11:10 Uhr

    Der Beitrag hat mir sehr gefallen! Und das mit den Tastenkombinationen sehe ich genauso. Wie mein Prof. schon sagte: “Die Maus ist ein Tool für Looser…” 😉

  10. Moritz
    14. April 2012 um 12:56 Uhr

    Punkt 7 finde ich eigentlich am wichtigsten. Das oft zitierte “Multi Tasking” ist einfach quatsch, man kann sich nicht gleichzeitig auf mehrere Aufgaben konzentrieren. Alles der Reihe nach ist man deutlich schneller und vor allem fehlerfreier am Werke.

  11. Tom
    13. Juni 2012 um 16:48 Uhr

    Ich merke auch immer wie schwer es fällt mit der Konzentration. Zuhause geht gar nix, ich muss raus wenn ich was schaffen will. Super Tipps!

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