Gewinnmaximierung durch Outsourcing

  • von Lennart Prange

outsourcing Heute komme ich mal zu einem Thema, dass nicht immer gerne gesehen ist. Früher war es top, dann war es flop und jetzt ist es wieder gang und gäbe: Outsourcing, also die Abgabe von Aufgaben an Drittunternehmen.
Viele Unternehmen könnten ohne Outsourcing nicht überleben. Waren müssen heute so billig sein, dass man von dem Kaufpreis kaum noch heimische Angestellte bezahlen kann. Viele deutsche Unternehmen produzieren ihre Ware hauptsächlich im Ausland. Das ist nichts neues, aber wie sieht es mit den Internetagenturen aus. Wie wird das Thema hier behandelt? Ich habe das Gefühl, dass Outsourcing hier noch nicht richtig angekommen ist. Eigentlich komisch, da man mit Internetseiten eine Dienstleistung für das globale Medium überhaupt anbietet.

Viel Spaß mit dem Beitrag. Wie war die Einleitung ;)? Kommentare und Social Bookmarks würden mich sehr freuen.

Die Chancen von Outsourcing

Kaum jemand kann alles

Und auch eine Agentur hat nicht immer Angestellte für jeden Bereich. Das Internet ist einfach zu vielfältig. In irgendeinem Projekt stößt man immer an seine Grenzen.

„Do what you can do best – outsource the rest“

In diesem Zitat steckt sehr viel Wahrheit. Anstatt sich mit Arbeiten zu beschäftigen, die man nicht kann und dann viel Zeit reinzustecken und trotzdem nur zu einem mittelmäßigen Ergebnis zu kommen, sollte man sich auf seine Stärken konzentrieren. Man kann für sowas nach Freelancern oder sogar anderen Agenturen in der Umgebung suchen. Man kann sich auch überregional umschauen und wenn man schon soweit ist, wieso nicht auch global? Das ist eine gute Überleitung zu meinem nächsten Punkt.

Gewinnmaximierung durch globale Gehaltsunterschiede

Die Kosten für den Auftrag berechnen die meisten wohl auf der Basis ihrer Fixkosten und den Gehältern der Konkurrenz in Deutschland. Allerdings sollte man, wenn man ein erfolgreicher Unternehmer und Webdesigner sein will, nicht nur auf Deutschland gucken sondern die gesamte Welt betrachten. Das sehen die durchschnittlichen Gehälter wieder ganz anders aus. Dort findet man Webdesigner und Webprogrammierer, die für die Hälfte oder sogar noch weniger des Gehalts in Deutschland arbeiten.

Effiziensvorteile

Spezialisierung dominiert unser Zeitalter. Jeder hat sich auf einen kleinen Teil des Kuchens beschränkt und versucht in dem Bereich seinen Workflow und sein Können zur Perfektion zu bringen. Auch viele Agenturen setzen gewisse Schwerpunkte und können in einigen Bereichen nicht so effizient arbeiten, wie in anderen. So entsteht ein großer Vorteil, wenn man Arbeiten, die nicht zu den eigenen Kernaufgaben gehören, an Agenturen oder Freelancer weitergibt, die sich auf dieses Bereich spezialisiert haben.

Die Risiken von Outsourcing

Natürlich gibt es auch die andere Seite der Medaille.

Minimale Kontrollmöglichkeiten

Wen kann man besser kontrollieren? Den Mitarbeiter vor Ort oder den Freelancer in der Ukraine? Die Antwort liegt auf der Hand und hier liegt eines der größten Risiken beim Outsourcing. Man hat sich in eine Abhängigkeit zu einem Dienstleister begeben, den man nur schwer kontrollieren kann.
Wenn der Freelancer es nicht schafft, die Ware zu liefern, kommt man in Schwierigkeiten. Es drohen Vertragsstrafen und der Kostenvorteil schlägt schnell ins Gegenteilige um.

Know-How geht verloren

Hat man erst mal erkannt, wie schön das Auslagern von Aufgaben sein kann, fängt man häufig an immer mehr Prozesse zu günstigeren Arbeitskräften zu verlagern. Auf den ersten Blick sieht das ja nach einer wasserfesten Sache aus, aber die Vorteile sind mit Vorsicht zu genießen: Je mehr Prozesse ausgelagert werden, desto mehr Know-How geht bei einem selber verloren. Know-How, dass auf den ersten Blick nicht mehr als nötig erscheint, aber was passiert, wenn der Freelancer oder die Agentur plötzlich Pleite ist oder aus irgendeinem anderen Grund keine Aufträge mehr annehmen kann? Aus der Traum vom Ferrari. Die eigenen Fähigkeiten sind limitiert und man muss sich jetzt entweder sein altes Know-How wieder aneignen oder sich mit einem neuen Freelancer verständigen.

Gute Abstimmung nötig

Die Auslagerung verlangt plötzlich ganz andere Fähigkeiten vom Projektleiter. Er muss nun nicht mehr nur die Mitarbeiter vor Ort koordinieren, sondern möglicherweise dafür sorgen, dass eine Gruppe mit verschiedenen Zeitzonen und verschiedenen Sprachen zusammenarbeiten kann. Viele vergessen bei ihrer Planung diesen Punkt und scheitern an der schweren Koordinierung.

Wie kommuniziert man international?

Handelt es sich um eine langfristige Partnerschaft, sollte man wenigstens einmal bei dem Freelancer oder der Agentur gewesen sein und sich die Arbeitsbedingungen angeschaut haben, sich unterhalten haben und alle Fragen von Angesicht zu Angesicht geklärt haben.
Handelt es sich nur um ein oder zwei Aufträge, sollten die typischen Kommunikationswege reichen: E-Mail, Telefon und Videotelefonie (Skype) sind sehr praktisch.

Für alle Projekte gilt: Projektmanagement Software erleichtert die Zusammenarbeit enorm.

Fazit

Das Auslagern von verschiedenen Leistungen kann die Effiziens steigern, den Gewinn erhöhen und das Leistungsspektrum erweitern. In der “Preisschlacht” in der Branche sind diese Faktoren sicherlich sehr wichtig, wenn man ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen will.
Trotzdem: Je höher der Gewinn sein kann desto höher ist normalerweise auch das Risiko. Jeder sollte für sich selber entscheiden, ob die Maßnahme der Auslagerung sinnvoll ist oder nicht. Nicht jeder ist einer solchen Aufgabe gewachsen und man sollte Vor -und Nachteile analysieren.

Nochmal: Viele Unternehmen könnten ohne Outsourcing gar nicht mehr überleben. Ihr Produkte würden zu teuer werden und sie wären gegen die Konkurrenz machtlos. Webdesigner und Webagenturen haben es da meiner Meinung nach noch nicht so schwer. Outsourcing ist noch kein Muss.

Eure Meinung?

Habt ihr schon Erfahrungen mit der Auslagerung von verschiedenen Leistungen gemacht? Was haltet ihr grundsätzlich von dem Thema?

4 Kommentare

  1. Anne-Kathrin
    5. April 2009 um 19:12 Uhr

    Alle meine Erfahrungen hinsichtlich Outsorcing sind eigentlich eher negativ.
    Sparmaßnahmen.

    Eine Website beispielsweise lässt sich nicht outsourcen.
    Wenn eine Marketingagentur die Technik outsourct oder outsourcen muss, passiert es zu häufig, dass viele Fragen vernachlässigt wurden (Usability, Informationsarchitekturen oder auch Design(sic!)).
    Der Leidtragende ist entweder der Kunde oder der externe Dienstleister.
    Outsourcing funktioniert wenn überhaupt, dann nur mit viel, viel Kommunikation und einem kompetenten Ansprechpartner auf der anderen Seite, der sich auch beraten lässt.

    Kooperation zwischen spezialisierten Dienstleistern und/oder Agenturen sind die bessere Variante.

    Anne-Kathrins letzter Beitrag..Projekt 52/14: Türen und Tore

  2. Janin
    7. April 2009 um 15:31 Uhr

    Für mich geht dabei die Qualität verloren und Arbeitsplätze sind gefährdet.

  3. Lennart Prange
    7. April 2009 um 19:16 Uhr

    Hm, warum geht denn Qualität verloren? Arbeitsplätze sind auch nicht unbedingt bedroht. Man hat dadurch nur mehr Zeit, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren und so effektiver zu arbeiten. Und wenn irgendwo Arbeitsplätze abgebaut werden, werden sie woanders auch wieder aufgebaut ;).

  4. Michael Geissler
    9. April 2009 um 10:31 Uhr

    Du solltest dein Lektorat outsourcen. Ich habe den Artikel nur überflogen und allein in den Headlines folgende Fehler gefunden:

    “Know-How get verloren”: Hier fehlt ein “h” bei “geht”.
    “Effiziens Vorteile”: Wird so geschrieben: “Effizienzvorteile”

    Michael Geisslers letzter Beitrag..Neue Schwimmanzugregeln