Logodesignprozess – blogmix.de

  • von Lennart Prange

blogmix Ich habe jüngst ein Logo für das Gewinnspiel von Blogmix.de gestaltet. Leider ist das Gewinnspiel vorzeitig beendet worden, da der Besitzer nun ein anderes Design hat und die ganzen Vorgaben nicht mehr stimmen. Jetzt kann ich nicht mehr am Gewinnspiel teilnehmen, aber was solls. Ich zeige euch das Logo trotzdem und beschreibe, wie ich zum Ergebnis gekommen bin.
Ich versuche nicht nur den Prozess zu erklären, sondern auch genauer auf die einzelnen Entscheidungen einzugehen. Ich hoffe, dass ihr daraus ein paar Richtlinien erschließen könnt.

Kommentare und Social Bookmarks würden mich freuen.

Vorweg

Als erstes muss ich sagen, dass ich für dieses Logo nicht viel Zeit zur Verfügung hatte und auch kein Geld, um mir irgendwelche exotischen Fonts zu kaufen. Es war eine Herausforderung, mein eigenes Zeitlimit (1 1/2h) einzuhalten und auch noch ein gutes Ergebnis zu erzielen, aber ich denke, ich hab das ganz gut gemacht. Ich bin auf eure Meinungen gespannt ;).

Anforderungen

Die Anforderungen an das Logo sind recht einfach: Es soll kein einfacher Schriftzug sein, auf die Website passen und sonst nirgendwo verwendet werden. Die Schriftart sollte nicht so exotisch sein und es sollte sich schlicht und einprägsam präsentieren. Die Hauptfarben des Blogs waren #004D99 und #990000.

Natürlich muss es auch zum Thema des Blogs passen: Zitat von Bloggerei.de:

Ist es möglich, dass man im Internet viel Geld verdienen kann? Dieser Selbstversuch wird es zeigen. Frei nach dem Motto: In 365 Tagen finanziell zweitversichert.

Wie so häufig geht es also ums Geld Verdienen im Internet.

Ideenfindung

Ich habe mich mangels Zeit dazu entschieden, drei verschiedene Entwürfe zu machen. Die Ideenfindung viel mir leicht. Die Mindmap habe ich einfach weggelassen. Es geht ja ums Geld Verdienen und damit um eine

Steigerung. Diese Steigerung wollte ich im Logo umsetzen. Wege dafür waren für mich entweder ein Balkendiagramm oder ein Graph.

ideen1

Eine weitere Idee wäre es, das Geld darzustellen. Dafür könnte ich Münzen oder Scheine oder ein Euro-Zeichen bzw. Dollar-Zeichen nehmen. Ich habe mich für Münzen entschieden. In Scheine hätte ich sehr viele Details einfließen lassen müssen, damit man sie als solche identifizieren könnte. Ein Zeichen war mir zu einfach.

Wortmarke

Ich habe die Vorgabe “keine exotische Schriftart” mal sehr ernst genommen und mich für Arial Black entschieden. Klar, die Schrift ist nicht wirklich originell, aber sie ist dennoch nicht schlecht. Ich brauchte eine Fette Schrift, da das Logo ganz allein in eine recht großen Header-Bereich stehen sollte. Den Abstand zwischen den Buchstaben wollte ich etwas verringern. Bei größeren Schriftgrößen ist der meiner Meinung nach zu groß.
Arial passte weiterhin sehr gut zum Design der Website, da der Font nicht so rund ist, wie viele Alternativen.

Umsetzung

Ich hab jetzt 3 Ideen umgesetzt. Ein Logo mit einem Graphen, eines mit einem Diagramm und eines mit Münzen. 1

Das Diagramm habe ich vom Trafficscool Logo übernommen. So konnte ich die Wirkung einmal begutachten, ohne es komplett neu zu gestalten. Die Münzen habe ich extra erstellt.
Der Graph des Logos wurde mit einem Raster gemacht, die Pfeilspitze ist ein einfaches Dreieck und soll nochmals die Steigerung verdeutlichen und etwas herausstechen. Mir gefällt die Verbindung vom Schriftzug und dem Graphen.

2

Wie ihr seht, habe ich bei fast allen Logos den Rahmen etwas gesprengt. Beim Ersten schaut der Pfeil heraus, beim Zweiten das Diagramm. Damit wollte ich das Ganze etwas interessanter machen.
Eigentlich sehen die Logos recht fertig aus, sie benötigen aber alle noch eine gewisse Überarbeitung: Die Pfeilspitze des Graphen hat einen falschen Winkel, das Diagramm müsste ich nochmal komplett neu machen. Die Wortmarke ist noch ziemlich schwach.3

Besonders schlimm ist bei der Wortmarke der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben. Er ist überall verschieden. Im Allgemeinen gefällt mir Arial aber ganz gut.

Fazit

Was sagt ihr dazu? Mir gefallen die Logos eigentlich recht gut, für die kurze Zeit. Ich muss aber sagen, dass das Balkendiagramm ziemlich bescheuert aussieht. Die Münzen sind ok, allerdings fehlt der Wiedererkennungswert. Man findet ziemlich häufig Münzen und deshalb ist das Logo auch nicht so super.
Die Kombination von Schrift und Graph gefällt mir am besten. Erstens sieht das Logo am interessantesten aus, zweitens ist es von allen das mit Abstand Einfachste. Ich brauche keinen Verlauf, keinen Lichtreflex oder sonstige Spielereien, damit das Logo wirkt. Deswegen wäre es auch gut in Schwarz/Weiß darstellbar. Weiterhin ist es durch die wenigen Details einprägsamer als die beiden anderen. Es hat keine 3 Dimensionen und kann sofort erfasst und auch wiedererkannt werden (uhhh, Eigenlob stinkt ich weiß ;)).
Es ist außerdem sehr flexibel. Es könnte in jeder beliebigen Farbe, in jeder Größe und mit jedem Effekt dargestellt werden.

Lennart, was ist mit der Farbe?

Stimmt, das Logo hat keine Effekte, keine Farbe und kein gar nichts. Zu den Effekten: Ich wusste nicht ob das gewünscht war. Die Website hatte auch kaum Effekte. Wenn man will, kann man das schnell ändern. Wie schon erwähnt, ist das Logo recht flexibel.
Zu der Farbe: Die Hauptfarbe Rot hätte ich verwenden können und sie wäre auch passend gewesen, allerdings ist die Hintergrundfarbe (man sieht sie in den kleinen Bildern der Logos) dann überhaupt nicht mehr passend. Der Kontrast wäre viel zu gering. Weiß wirkt am besten.

Nun, Feuer frei!

9 Kommentare

  1. chris
    5. November 2008 um 00:15 Uhr

    Zuerst einmal wow, ich bin echt erstaunt.
    Dann danke ich dir, dass du dir noch die Mühe gemacht hast um mitzumachen, obwohl ich es ja aus den von dir oben genannten Gründen vorzeitig beendet habe.
    Die Logos sind echt klasse und die “Enstehungsgeschichte” dürfte für sehr viele interessant sein. Für mich übrigens auch. 🙂

    btw. da alle Teilnehmer gewonnen haben, habe ich dein Banner schonmal eingebaut.

  2. Jan (Aysberg)
    5. November 2008 um 10:33 Uhr

    Ich finde die Variante mit dem Pfeil am schlechtesten. Einerseits fehlt dem Pfeil irgendwie der optisch Pfiff, andererseits geht es erst einmal in den Keller, bevor der steile Anstieg kommt 😉

    Die Münzen sind ok, wobei ich das gleich mit irgendeiner Preissuchmaschine assoziiere.

    Die Variante mit dem Diagramm finde ich dagegen am besten, weil damit ein bisschen Farbe reinkommt und die Säulen mit dem “b” und dem “l” harmonieren.

    Jan (Aysberg)s letzter Beitrag..Aysberg hat das „edleste Büro 2008“

  3. OrangeBlue
    5. November 2008 um 10:40 Uhr

    Schöner Artikel !

  4. Lennart Prange
    5. November 2008 um 12:14 Uhr

    Danke für eure Kommentare :).

    @ Chris: Vielen Dank für den Werbeplatz :).
    @ Jan: Interessante Sichtweise. Mir ist auch aufgefallen, dass der Graph erst in den Keller geht und dann nach oben steigt. Das Logo würde nicht so kompakt wirken, wenn er nicht bis zum Boden runter fallen würde. Außerdem kommt so die Steigung mehr heraus. Hätte ich ihn nicht fallen lassen, wäre die Steigung nur minimal gewesen.
    Ich denke, dass du bei deiner Argumentation meinen letzten Punkt “Lennart, was ist mit der Farbe” vergisst. Dem Logo fehlt natürlich noch der letzte Schliff. Es ist aber sehr flexibel. Ich könnte es zum Beispiel ohne Probleme in 3d umsetzen und eine Spiegelung hinzufügen.

  5. chris
    5. November 2008 um 16:10 Uhr

    Ehrlich gesagt juckt es mich nicht die Bohne, wenn ein Graph erst nach unten geht, um dann wieder zu steigen. Ich bin jemand, der mit sämtlichen Logos dieser Welt überhaupt nichts assoziiert. Und ich weiß auch, dass sich Designer erst nen dicken Kopf drum machen und lache innerlich laut, weils im grunde niemanden interessiert. Irgendwann ist da halt mal irgendwer drauf gekommen und seit dem muss das wohl so sein.
    Ich weiß, ich tanz da aus der Reihe, aber so bin ich nun. 🙂
    Dieser Artikel ist allein deshalb schon “Prädikat wertvoll”, weil hier, wie sonst üblich, nicht nur auf die Arbeitsschritte in Photoshop und Co. eingegangen wird, sondern in erster Linie darauf eingegangen wird, wie man ein Logo im Kopf “designt”.
    Ach shit, sind jetzt komische Sätze geworden, aber ich hoffe ihr wisst worauf ich hinaus möchte.^^

    chriss letzter Beitrag..die hirnverbranntesten Gesetze der Welt

  6. Martin
    5. November 2008 um 17:11 Uhr

    @chris: Nee, du merkst nicht, was ausgesagt werden soll – aber den Unterschied zwischen Nike und Adidas beim Einkaufen – das soll ein Logo machen…

    Also, es ist schön, sich aufzuopfern für z.T. kostenlose Sachen – das mache ich auch manchmal, wenn ich Zeit habe.
    Aber ich muss leider etwas Kritik daran lassen – so schön auch einige Logos sind, dass die Aussage des Blogs mit “Blogmix” nicht eindeutig ist und man eher auf eine Gestaltung mit Einbindung der Buchstaben hätte achten sollen – oder Ein Logo entwerfen, wo der Name nur noch klein daneben oder darunter stehen sollte…

    Ist meine Meinung.

    Ansonsten find ich es prima, wenn jemand über solche Erfahrungen schreibt.

  7. chris
    5. November 2008 um 18:11 Uhr

    @ Martin:
    Klar soll man im Logo einen Unterschied erkennen. Nur für mich ist es egal, ob ein Logo einen Bezug zum Produkt hat. Das wollte ich damit sagen.
    Oder besser gesagt, mir ist es egal, ob ein Pfeil jetzt nach rechts oder links zeigt – eine Person nach links oder rechts schaut. Kann halt diese psychologischen Erklärungen teilweise nicht nach vollziehen, weils mir schlichtweg schnuppe ist.
    Für mich muss ein Logo einfach nur einprägsam sein und einen Wiedererkennungswert haben, mehr nicht.
    Will hier ja keinen schlecht machen, falls es so rüber gekommen ist, drück mich nur öfter mal umständlich aus. 🙂

    chriss letzter Beitrag..die hirnverbranntesten Gesetze der Welt

  8. Paul
    10. Juli 2012 um 12:45 Uhr

    Netter Artikel zu einführung in das Thema. Ich hab mich in letzer Zeit privat mal etwas mehr mit entsprechenden Gestaltungsprogrammen auseinandergesetzt und werde mein Glück demnächst hier versuchen goo.gl/gEQgA mal sehen wie erfolgreich das vorhaben wird.

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