Mächtig aber häufig übersehen: Die Bildwahl

  • von Lennart Prange

thumb Wieder da. Diesmal ohne Redesign 😀

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte (und ich habe keine Ahnung, wie häufig ich das schon erwähnt habe). Wir können ein Bild schneller erfassen als Text und deswegen sind Bilder ein hervorragendes Mittel um mit seinen Besuchern zu kommunizieren. Und dabei geht es schließlich beim Webdesign. Ihr solltet alle wissen, dass es sehr unangenehm ist längere Texte am Bildschirm zu lesen und deswegen sind Bilder ein kaum zu ersetzendes Mittel, Internetseiten angenehmer zu machen.

Dieser Beitrag zeigt gelungene Bildwahlen und er soll euch dabei helfen, bei den euren nächsten Arbeiten perfekte Bilder zu wählen.

Kommentare und und und würden mich natürlich extrem freuen. Viel Spaß mit dem Beitrag.

Der Sinn

Als erstes gilt es zu verstehen, warum man sich mit dem Thema sorgfältig beschäftigen sollte.

  • Kommunikation – Wie schon angesprochen könnt ihr mit Bildern bestimmte Dinge sehr effektiv vermitteln. Viel besser als mit Text. Deswegen lohnt es sich, in die Wahl der Bilder sehr viel Zeit zu stecken. Ihr wertet eure Webseiten extrem auf, wenn ihr nach den optimalen Bildern für euren Zweck sucht.
  • Gestalterische Abwechslung – Wir gestalten auch, um Webseiten hübsch zu machen. Ein gutes Bild oder gute Bilder helfen auf diesem Weg. Sie können Farbe rein bringen, das Gesamtbild auflockern und es interessanter machen. Meine Blogbeiträge haben alle mindestens ein Bild. Sie sind nicht immer toll. Aber der erste Schritt zu interessanteren Beiträgen ist dadurch gemacht.
  • Eye-Catcher – Bilder sind, richtig eingesetzt, hervorragende Eye-Catcher. Sie bieten euch die Möglichkeit, die Hierarchie von Designs deutlich zu verbessern und das Auge des Betrachters zu beeinflussen und zu lenken.
    Auf der Startseite meines Blogs steht jedes Bild für einen neuen Beitrag.

Beispiele

Diesmal nur drei Beispiele. Die sollten euch aber reichen, um zu verstehen, wie Bilder wirken, wenn sie richtig gewählt wurden.

Arun Verma

Arun Verma Design Studio, creative hotshop, creative design studio, new delhi, india, communication and design

Das Bild ist hier der Protagonist. Stellt euch die Seite ein mal kurz ohne es vor. Dann hört schnell auf. Die Vorstellung wäre grausam. Deswegen ist das Bild auch da.

Alle Bilder (es gibt mehrere) unterstützen den Untertitel “ignite great ideas” (großartige Ideen entfachen, entzünden) hervorragend. Das ist der Punkt Kommunikation.
Den Punkt gestalterische Abwechslung habe ich bereits abgehakt und dass das Bild ein Eye-Catcher ist, muss ich wahrscheinlich nicht erklären. Wenn doch: Das gewisse Etwas.

eberhard:kommunikation

eberhard-kommunikation Richtig kommunizieren, massgeschneiderte Seminare, Coachings am Arbeitsplatz

Über diese Seite kann man sich streiten. Auch die Bildwahl findet vielleicht nicht jeder gelungen. Denn die Bilder können eigentlich nicht ohne erklärenden Text stehen. Erst nach dem Lesen des Textes wird klar, was das Bild da soll. Ich mags trotzdem.

Das Design variiert farblich sehr stark und der Gestalter hat immer ein anderes gutes Bild gefunden, welches dem Besucher verdeutlichen soll, was die Eigenschaften von guter Kommunikation sind. Auch dieses Design wäre ohne die Bilder extrem langweilig.

Skelliewag

Skelliewag.org

Die beiden letzten Designs konnten ohne ihre Bilder kaum existieren und deswegen jetzt mal eine Seite, wo die Bilder auf den ersten Blick nur eine kleine Nebenrolle spielen.

Als Blogger soll man zwar schreiben, aber auch die besten Artikel nützen nichts, wenn sie nicht gelesen werden. Deswegen gibt es die Möglichkeit, Artikel mit verschiedenen Möglichkeiten etwas aufzulockern und etwas interessanter zu machen. Meiner Meinung nach mache ich das ganz gut. Ich verwende Zwischenüberschriften, Listen und eben Bilder.
Genauso wie hier wird auch bei Skelliewag für jeden Beitrag ein Eingangsbild benutzt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei Skelliewag sind diese Bilder aber um einiges prominenter als bei mir. Vielleicht auch besser eingesetzt.
Jedenfalls bemüht sich die Autorin mit den Bildern eine Athmosphäre zu schaffen, das Thema des Beitrages zu vermitteln und Lust auf mehr zu machen. Ich bin mir sicher, dass die Bilder besonders für Erstbesucher eine wichtige Rolle spielen und sie mit auf der Seite halten. Denn nur Text ist sehr abschreckend.
Natürlich bringen die Bilder auch hier mehr Farbe in das Gesamtbild und lenken das Auge von Beitrag zu Beitrag.

Tipps

  • Menge – Übertreibt nicht mit Bildern. Das überfordert die Betrachter und schafft Verwirrung.
  • Relevanz – Es ist immer gut, wenn die eingesetzten Bilder irgendwas mit dem Inhalt der Seite zu tun haben.
  • Interessant und ansprechend – Es soll gut aussehen. Und es soll Interesse beim Betrachter wecken. Ein schlechtes Bild, das einen prominenten Platz auf einer Webseite bekommt, versaut euch jedes Design.
  • Tricks – Nutzt die Möglichkeiten, die euch Photoshop gibt. Lasst zum Beispiel einen Tiger aus dem Rahmen laufen oder verändert die Farben. Stellt einzelne Elemente frei oder macht eine komplexe Montage aus mehreren Bildern. Wichtig ist, dass es am Ende optimal reinpasst.

Bilder, die man an jeder Ecke sieht

Es gibt ein paar Bilder, die man an jeder Ecke sieht und die deshalb nicht dafür geeignet sind, eure Arbeiten einzigartig und besonders zu machen. Ganz im Gegenteil. Mit den Bildern sehen eure Designs wie von der Stange aus. Die Bilder findet man auch extrem häufig bei einigen Anbietern von Templates.

7 dieser Fälle findet ihr hier.

Wie der Autor dort anspricht, kann man die Bilder auch verwenden. Aber dann bitte nur vereinzelt und bitte nur, wenn es wirklich passt. Sucht auch mal Alternativen und nehmt nicht immer gleich die erstbeste Lösung.

Woher bekommt man die Bilder?

Das ist die Kernfrage. Ich könnte jetzt sämtliche Quellen vorstellen, aber ich bin mir sicher, dass ihr sie selber kennt.

Mir geht es um was ganz anderes. Woher bekommt man Bilder, die zu 100% passen? Das ist der Knackpunkt und hier können die ganzen Portale in den meisten Fällen nicht mehr helfen. Man findet vielleicht etwas, was ganz gut reinpasst, aber richtig gut ist das meistens nie. Die einzige Alternative ist selber machen. Dumm gelaufen. Das kostet Zeit und wem es keinen Spaß macht, wird es wohl kaum in den Kram passen.

Hier muss jeder selber entscheiden, wie er an die Sache rangeht. Jedenfalls lohnt es sich mal ein wenig mit der Kamera zu üben. Denn wenn man Perspektive, Tageszeit, Objekt usw. selbst bestimmen kann, ergeben sich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, die euch bestimmt einen oder auch mehrere Schritt/e weiterbringen.

Nicht zu vergessen ist übrigens auch die Möglichkeit, einen professionellen Photographen zu beauftragen. Ob das ins Budget passt ist dann aber wieder die andere Frage. Deswegen scheitert dieses Vorhaben sehr häufig.

P.S.: Wenn ihr Bilder für Blogbeiträge sucht, existiert die Möglichkeit, bei Flickr die CC Archive zu durchsuchen. Das wird von vielen Seiten empfohlen, aber meiner Meinung nach kann man dann nicht mehr sorglos einschlafen. Ich kann dort auch ein Bild von jemand anderem hochladen und es als frei kennzeichnen.

14 Kommentare

  1. Moritz
    12. Oktober 2009 um 21:42 Uhr

    Der Artikel gefällt mir gut und ich finde auch das Bilder jede Seite aufwärten. Ich habe einige Links wo man “Lizensfreie” und auch kostenlose Bilder her bekommt, wollte diese euch nicht vorenthalten:
    http://aboutpixel.de/
    http://www.pixelio.de/
    und noch eine Samlung von Chip.de (Link gekürzt, da der Chip.de Link zu lang war)
    http://bit.ly/13HQAM

    • Lennart Prange
      17. Oktober 2009 um 01:26 Uhr

      Danke für das Lob und auch deine Ergänzungen 🙂

  2. Andreas
    12. Oktober 2009 um 21:50 Uhr

    Leider ist es ja doch oft so, das man als einfacher Blogger an zwei Dingen scheitert:
    Bearbeitung von Bildern. Da laufe ich eher aus dem Rahmen und verändere meine Gesichtsfarbe als der Tiger 😉
    PHP, CSS, Html, Photobearbeitung und und und. Dabei will ich doch nur bloggen.

    Dann die Beschaffung von Bilder. Du schreibst es ja, gute Bilder zu bekommen ist schwierig und selber machen ist auch so eine Sache (meine Digital Kamera ist ca.14 Jahre alt, kein Witz!). Hat man endlich ein gutes Bild gefunden, muss man dafür zahlen (das ist OK) aber immer öfters noch zusätzlich einen Link zur Photoseite oder Urheber setzen.
    Ich habe es schon längst aufgegeben, nach passenden Bilder zu suchen. Jedes mal dafür ellenlange AGB und Lizenzbestimmungen lesen. Der ganze Aufwand für ein Bild?
    Bei mir gibt es daher nur selbst gemachte Screenshots, da kann ich Nachts auch gut schlafen 😉

    Gruß,
    Andreas

  3. Markus
    12. Oktober 2009 um 23:53 Uhr

    Guter Artikel, diese Probleme hat wirklich jeder, der sich mit Webdesign beschäftigt. Ich bin ein Befürworter von “selber machen” zum einen sind Digitalkameras ein wundervolles Spielzeug und zum anderen spart man sich zum Teil sogar Zeit. Das Internet ist mittlerweile gigantisch groß, und die Suche nach Bildern kann unendlich dauern, und wie Du schon schreibst, das wirklich passende Bild findet man dann doch nicht.
    Die Suche bei Flickr kann ganz leicht daneben gehen, kein Mensch weiß, welchen Weg das “freie” Bild schon hinter sich hat.

    Gute Bilder werten die Seite in jedem Fall auf

  4. wario von digital-workshop.at
    13. Oktober 2009 um 00:08 Uhr

    Naja Andreas, dafür gibts es ja wiederum andere Blogs die es dir leichter machen ein Bild zu bearbeiten 😉

    Aber ich stimme den Artikel voll und ganz zu. Ein Blog ohne Bilder ist für mich schwerer Lesbar als einer mit Bilder.
    Wir haben ja schließlich kein Buch vor der Hand sondern einen Artikel. Und dazu gehören nun mal Bilder.

    Grüsse
    Wario

  5. Markus Selders
    13. Oktober 2009 um 12:30 Uhr

    Ein gelungener Beitrag, dem ich mich nur anschließen kann. Die Suche und Auswahl der Bilder ist zeitaufwändig und selbst professionelle Bilder erfordern meist noch eine Nachbearbeitung, damit sie sich in das Design einfügen.
    Aber Zeit und Geld für gute Bilder sind m.E. gute Investitionen.

    Freundliche Grüße

    Markus Selders

  6. André
    13. Oktober 2009 um 13:55 Uhr

    Sehr guter Beitrag! Aber wie du eben schon geschrieben hast, darf man es nicht übertreiben. Oft werden zu viele Bilder eingesetzt, so dass man keinen Überblick mehr hat.

    Von daher ist es echt wichtig zu überlegen ob an der einen oder anderen Stelle dieses Bild wirklich notwendig ist.

    Gruß André

  7. Thorsten v.G.
    13. Oktober 2009 um 20:20 Uhr

    Ein sehr guter Beitrag!
    Habe schon sehr viele Websites gesehen, bei denen die Main-Bilder und der Content einfach nicht zusammen passten. Jedes für sich war ausgesprochen gut, allerdings fehlte gänzlich die Harmonie, wenn Ihr versteht was ich meine. 😉
    Nun ja… die Bildbeschaffung ist immer so eine Sache. Meist geht es nicht ohne eine Anpassung.
    Allerdings ist es mir auch schon passiert, dass mich ein Bild und dessen Farbgebung auf ein neues Layout gebracht haben. 🙂

    Ich suche und finde meistens sehr gute Bilder bei http://www.fotolia.com

    • André
      14. Oktober 2009 um 10:00 Uhr

      NAja ob man jetzt für Blogbeiträge unbedingt Fotos bei Fotolia kaufen muss… ich denke eher nicht.

      Für kommerzielle Sachen dann schon eher.

  8. Mario Buchin
    19. Oktober 2009 um 01:25 Uhr

    Toller Beitrag. Bin ganz deiner Meinung.

  9. Christian
    30. Oktober 2009 um 20:01 Uhr

    Selbst mir, ausgerüstet mit sehr vielen Fotos und dem Bildbearbeitung-Know-How, fehlt manchmal die passenden Motive für meine Blogs. Zur Not würde ich zu istockphoto & co greifen.

  10. Heiko
    4. November 2009 um 12:46 Uhr

    Super Beitrag! Top! Ich bin auch ein Beführworter des Selbermachens, da die Individualität höher ist und du ja auch nen nährern Draht zu deiner eigenen Homepage entwickelst. Allerdings ist es manchmal extrem schwierig, weil man auf zuviele Dinge achtem muss: zum Beispiel, dass die abgebildetetn Personen bevorzugter Weise blond sein sollen, oder relativ schlank usw.
    da ist es schon schwer das passende Objekt aus der eigenen Umgebung zu finden.

  11. Design Macher
    4. November 2009 um 15:03 Uhr

    Alos die erste Seite mit der Glühlampe hebt sich schon deutlich ab, wobei die Idee mit dem Salatkopf wirklich sehr originell ist.

Trackbacks/Pingbacks