Minimalistisches Design – Fortschritt? Rückschritt?

  • von Lennart Prange

minimal Minimalistisches Design könnte man mittlerweile als Trend bezeichnen. Ich habe mir gerade die minimalistischen Designs angeguckt, die beim smashingmagazine vorgestellt wurden und frage mich momentan, ob diese Designs ein Fortschritt oder Rückschritt sind. Sind sie effektiver? Kehrt man damit zum Sinn des Internets zurück?

Hier geht es vor allem um eure Meinungen. Also lasst es krachen. Ich freue mich auf eure Kommentare. Meine Meinung erfahrt ihr hier natürlich auch. Außerdem zeige ich hier auch 8 minimalistische Designs. Über Social Bookmarks würde ich mich auch freuen. Vielleicht bekommt man so noch mehr Sichtweisen zusammen.

Meine Meinung

Minimalistische Designs zeichnen sich vor allem durch sehr viel white Space aus und ihre Designer benutzen fast keine Grafiken. Wenn der Webdesigner gut ist, sehen minimalistische Seiten sehr aufgeräumt und professionell aus. Man könnte jetzt so argumentieren: Content is king und minimalistische Designs sind übersichtlich und lenken nicht mit aufwändigen Grafiken vom Inhalt ab.

Egal, ich finde solche Designs trotzdem nicht gut. Sie mögen effektiv sein, aber eine aufwändigere Seite kann noch viel mehr tun, als Inhalt schnell zu vermitteln. Sie sticht aus der Masse heraus und macht das Web interessanter. Stellt euch mal vor, alle würden nur noch einfache Designs online stellen. Dann wäre das Internet optisch fast genauso langweilig wie die meisten Bücher.

Hier sind ein paar einfache Designs, damit ihr wisst, wovon ich spreche.

Rogier Bikker - Concept and Design Do. - Discussions The Old Fashioned 80-20 Mark Boulton Design - Beautiful, simple design for today's web Vitor Lourenco — User Experience Designer (Interaction - Interface - Visual) kraaft web design & creative consultancy services Minimalist Web Design - Rainfall Daffinson

22 Kommentare

  1. Luchador GFX
    30. November 2008 um 00:51 Uhr

    Ich finde gerade aufgrund des teils aufwendig gestaltetem Webs stechen solche “miniamlistischen” Seiten herraus.
    Natürlich hast du Recht damit, dass das Web auf dauer einseitig und langweilig wirken würde wenn es NUR solche Seiten geben würde. Aber das ist ja nicht der Fall, weswegen ich den Aufenthalt auf gut strukturierten minimalistischen Seiten genieße.

  2. Paul
    30. November 2008 um 01:42 Uhr

    Also meiner Meinung nach sind, einfach Seiten optimal geeignet, wenn man viel Content an bietet. Intel vereint auf ihrer Website Content und Bild optimal.
    Auch muss nicht jede einfach Seite gleich aussehen. Es gibt imer noch viel Spielraum.
    Wenn man bedenkt, dass die einfachsten Seite die größten Erfolge haben (Google, Youtube), ist die Entwicklung zum einfachen auch nicht merkwürdig.

    Wie sagt Schiller so schön? Einfachheit kommt mit der Reife.

    Gruß – Paul

  3. André
    30. November 2008 um 13:21 Uhr

    Minimalistische Designs sind besonders geeignet, wenn die Information oder die Funktionalität im Vordergrund steht. Will man hingegen etwas bewerben, dann sollte man versuchen einen möglichst bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

    Bestes Beispiel für gelungenes minimalistisches Design in Puncto Funktionalität: Die Startseite der Google-Suche. Für mich war die schlanke, schnell geladene Seite vor einigen Jahren ausschlaggebend, wieso ich gerade Google zu meiner Startseite gemacht habe – weg von überladenen, langsamen Webportalen, bei denen man die Suchmaske zwischen bunten Bildern suchen musste.

    Andrés letzter Beitrag..Vorschlag zur Güte: Alternative zum Bundestrojaner

  4. Carino
    30. November 2008 um 15:12 Uhr

    Ich bin ein großer Fan von minimalistischem aber auch stilvollem Webdesign. Wenn man ein Produkt bewirbt sehe ich das natürlich anders. Dort kann auch eine Flashseite sehr viel mehr bringen.

    Doch für eine klassische Firmenpräsenz, spendiere ich lieber ein paar hochwertige und aussagekräftige Fotos als Eyecatcher und sonst alles schön edel und aufgeräumt.

    Es gibt auch Web 2.0 Seiten die auf diesem Zug aufsitzen.

  5. Tobias
    30. November 2008 um 23:59 Uhr

    Edel. Mir sind diese minimalistischen Seiten auch lieber, da die Seiten auf das Wesentliche beschränkt werden. Und man sich daher sehr schnell und leicht zurecht findet.

    Ich meine auch einen leichten Trend zu minimalistischem Design erkennen zu können. Neulich über den Weg gelaufen ist mir zum Beispiel keyboardr.com, was sich an Minimalismus wohl kaum mehr überbieten lässt.
    Auch wenn man sich die Relaunches der Firmenseiten anschaut; die Startseiten werden fast alle verkleinert und mit weniger, aber optimierter Information ausgestattet.
    Langweiliger wird das, meiner Meinung nach, nicht. Ich würde jetzt nicht sagen, dass sich alle Websites einem Idealtyp annähern. Ich würde fast sagen, dass die Websites eher einen höheren Wiedererkennungswert bekommen.

  6. 0815 Blog
    1. Dezember 2008 um 07:17 Uhr

    Also mir gefällt minimalistisches Design überhaupt nicht und ich empfinde das als Rückschritt. Zum einen mag ich die Farbe weiß im Netz überhaupt nicht. Ein leicht eingefärbter Hintergrund ist für das Auge viel angenehmer, vor allem wenn es lesen möchte.
    Zum anderen passiert auf minimalistischen Designs meist folgendes: Sobald sich die Seiten etabliert haben, kommt äußerst bunte Werbung drauf, die dann besonders ins Auge sticht und sich den Werbetreibenden aus diesem Grund sehr gut verkaufen lässt. Nur wird das nicht funktionieren. Die User sind heutzutage nicht mehr so dumm überall drauf zu klicken, wo was ins Auge sticht. Sie ärgern sich eher über diese aggressive Form der Werbung. Aus diesem Grund gehen die Erfolgsraten auch immer weiter zurück.

    0815 Blogs letzter Beitrag..Welche Urlaubsform darf es sein?

  7. cz89
    1. Dezember 2008 um 17:10 Uhr

    Ich finde Minimalistische Designs – schön ausgedrückt^^ – nicht so super.
    Ein erster Eindruck definiert doch meißtens schon den Blog und ein Min. Design schafft eben nicht das selbe, wie ein gutes Template.
    Ein wenig Design sollte doch schon dabei sein. Wieso macht man sich denn dann überhaupt die Mühe, ein Min. Design zu entwerfen, was ja auch nicht so einfach ist, anstatt einfach das wordpress classic theme zu verwenden 😉
    Der Wiedererkennungswert bei solchen Seiten ist ja auch nicht besonders groß, oder?

  8. Markus
    1. Dezember 2008 um 22:16 Uhr

    Ich halte von diesen minimalistischen Designs ziemlich wenig. In der Regel haben diese ja auch kaum mehr als Weiß und Grautöne als Farben. Vom Aufbau her find ich diese gar nicht so schlimm, aber etwas mehr Farbe könnte echt nicht schaden.

    Markuss letzter Beitrag..Optimierungen für die Weihnachtszeit

  9. illy
    2. Dezember 2008 um 08:19 Uhr

    Ich empfinde minimalistisches Design als sehr angenehm, schick und elegant, wenn die Seiten professionell gemacht sind. Man verweilt oft länger als auf bunten, lauten Seiten. Weniger ist doch oft mehr.
    Und im Bezug auf den Wiedererkennungswert bietet es auch noch mehr als ausreichend Gestaltungsfreiheiten.

  10. koellmania
    5. Dezember 2008 um 14:49 Uhr

    Gerade minimalistische Seiten, sind eine meiner Favoriten. Vor allem die einfach Art und Weise und die große Wertlegung auf Typographie und Layout sind hier sehr ausschlaggebend! Ein weiterer Vorteil: die Ladezeiten. Ich kann nur zu solchen Seiten aufschauen und mich zu dieser Art von Webdesign hingeben.

  11. Alper Iseri
    8. Dezember 2008 um 11:38 Uhr

    “Content is King” heißt es immer so schön und dem kann kaum etwas hinzugefügt werden. Ich finde aufgeräumte und klare Strukturen beim Webdesign ebenfalls sehr wichtig und gut – es kommt aber auf das Thema und den Einsatzzweck des Blogs bzw. der Webseite an. Wenn man z.B. eine Gamingseite betreiben möchte, dann ist das Design der Seite doch ungeheuer wichtig und zeichnet sich eben durch Game-Elemente aus, die es woanders nicht gibt. Gleiches gilt sicher für Musik, Fernsehen oder andere Seiten.

    Wer jedoch viel kommunikative Inhalte auf der Webseite unterbringen möchte, große Themenvielfalt bieten will und gleichzeitig auf seine eigene Kompetenz in vielen Themen aufmerksam machen will, für den ist eine minimalistische Seite durchaus gut und richtig.

    Alper Iseris letzter Beitrag..England blockiert Wikipedia wegen Scorpions Cover Virgin Killer

  12. Reinhold
    13. Februar 2009 um 12:45 Uhr

    Hallo,

    grundsätzlich denke ich sehr positiv über ein aufgeräumtes und etwas reduziertes Design.

    Jedoch benötigt der Besucher auch einige Elemente, welche ihm Hinweise und Orientierung geben. Damit meine ich nicht nur Orientierung über die bestehenden Inhalte, sondern eher die Hervorhebung wichtiger Sachverhalte.

    Auch der Faktor der Wiedererkennung und des Anspruchs einer Website darf meiner Meinung nach nicht außer Acht gelassen werden.

    Also: reduziert ja, minimalistisch eher nein.
    Gruß
    Reinhold

  13. wraith
    2. April 2009 um 00:12 Uhr

    Euer Layout ist ja auch eher schlicht.
    Soviel dazu, Herr Lennart 🙂

    Ich mag Seiten, die gleich auf den Punkt kommen.
    Kann von mir aus ruhig so weitergehen, dieser “Trend”.

    Das www ist für mich auch nichts anderes als ne virtuelle Klatschzeitung. Und bei einer Zeitung, will ich die Artikel auch nicht erst mit der Lupe suchen müssen, weil die Redaktion mehr Wert auf ihr Layout, als auf ihren Inhalt legt.

    Content is King. Exakt.

    Gruss, wraith

  14. nicolas
    5. April 2009 um 13:48 Uhr

    Ich bin für schlichte Designs, schliesslich möchte man möglichst schnell den Inhalt sehen. Seiten mit vielen Grafiken machen auf mich schnell einen unseriösen Eindruck, ausser vielleicht bei Webdesign Agenturen.
    Die hier gezeigten Design passen mir gut.

  15. Tobias
    8. Juli 2009 um 13:36 Uhr

    Fragt sich wo minimal anfängt und aufhört. Und der Erfolg gibt vielen “minimalistischen” Seiten Recht. Für mich gehören google, facebook, flickr, smashing magazine und auch Apple dazu.

    Diesen Blog hier würde ich auch als “minimalistisch” gestaltet bezeichnen, was nichts schlechtes heißt, aber es gibt auch welche wo ein grafisches Feuerwerk vorherrscht.

  16. Tarik
    30. November 2009 um 19:57 Uhr

    Ich bin kein Fan von minimalistischen Designs…

    Irgendwie soll das ganze doch auch ein bisschen ins Auge springen und das nicht nur dadurch, dass es minimalistisch ist.
    Ein paar Bildchen sind doch ganz nett, vor allem, wenn sie themenbezogen sind.

    Ich plane ein Redesign (nichts aufwendiges, mein Wissen / Können ist sehr begrenzt), aber ich werde nicht versuchen, so minimalistisch wie möglich vorzugehen…

  17. Webdesign Regensburg
    7. Mai 2011 um 14:20 Uhr

    Ich liebe minimalistisches Webdesign, allerdings springt der Kunde meistens nicht so darauf an. Mit jquery kann man dann noch ein paar nette Akzente setzen und fertig ist`s. Letztendlich ist der Content jedoch King und sollte darüber entscheiden, wie minimalistisch die Seite sein darf.

  18. Suse
    13. Mai 2011 um 16:16 Uhr

    Hmmm … die KommentiererInnen, die hier gegen minimalistisches Design sprechen, sind (nach meinem Eindruck) gleichzeitig die mit der höchsten Rechtschreibfehler-Quote – meiner Meinung nach besteht da unbedingt ein Zusammenhang. Wer lesen kann, ist halt immer klar im Vorteil, alle anderen müssen auf Seiten mit vielen bunten Bildern, glitzernden Elfen und kleinen animierten Hündchen (Wuff! Wuff!) zurückgreifen, wo alle Farben des Regenbogens um die Wette schillern. Wo dann auch noch eine weibliche Stimme auffordert, an einem Gewinnspiel teilzunehmen oder einer ganz tollen Partnerbörse beizutreten oder wahlweise nervtötende Musik ertönt, die sich nicht ohne weiteres abschalten lässt. Ist halt echt Geschmackssache!

  19. Mark Kurast
    16. Juni 2011 um 13:49 Uhr

    Also ich stehe auf minimalistische Designs und empfinde sie keineswegs als Rückschritt. Es passt nciht zu jeder Website und das sollte man auch beachten. Man kann eben keine Seite wie Bild.de (ich weiß, es ist ein grauenhaftes Beispiel) mit einem minimalistischen Design verwirklichen. Ansonsten eine echt coole Zusammenstellung die du da präsentierst!

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