Mit Hilfe von Garten-Liegen zur perfekten Website

  • von Lennart Prange

garten-liege.jpg

Wochenende und schönes Wetter. Klingt alles nach einem schlechten Zeitpunkt für einen Blogbeitrag. Egal.

Es gibt extrem viele Garten-Liegen. Wirklich. Wer einmal durch einen großen Baumarkt gegangen ist, wird festgestellt haben, dass es extrem viele verschiedene Liegen gibt. Von lang bis kurz. Von schmal bis breit und von billig bis teuer. Im Detail unterscheiden sich die Liegen noch mehr.

Das ist mit Webseiten gut zu vergleichen. Auch im Internet gibt es die unterschiedlichsten Webseiten. Aber nicht nur die Vielfalt ist ähnlich. Von Liegen kann man sogar lernen, was gutes Webdesign ausmacht.

Viel Spaß mit dem Beitrag. Kommentare und Social Bookmarks würden mich sehr freuen.

Was ist eine gute Liege

  • Eine gute Liege passt sich dem menschlichen Körper perfekt an – An erster Stelle von Liegen steht der Liege-Komfort. Menschen sollen sie hinlegen können und sich sofort wohl fühlen ohne nach zwei Stunden Rückenschmerzen zu bekommen.
  • Eine gute Liege sieht auch gut aus – Natürlich will man sich kein hässliches, klobiges Teil in den Garten stellen. Egal wie viele Einstellungsmöglichkeiten die Liege dann hat. Egal wie bequem sie ist. Die meisten Verbraucher wollen auch, dass sie gut aussieht.
    Natürlich gibt es so viele Liegen, dass die Verbraucher ein System entwickeln mussten, um das Angebot möglichst schnell scannen zu können. So werden hässlich Liegen sofort aussortiert und gar nicht näher angeguckt.
    Bei einer Liege übernimmt das Design auch noch eine weitere wichtige Aufgabe: Es sagt dem Verbraucher, dass es sich bei dem Objekt um eine Liege handelt. Eine Liege, die nicht als solche zu erkennen ist, wird nicht gekauft. Banal, oder?
  • Eine gute Liege ist flexibel – Am besten kann man die Liege noch selber verstellen und so anpassen, dass man lesen kann oder die Füße etwas hochlegen kann. Man solle sie auch einfach verschieben können. Sie sollte also Räder haben und nicht zu schwer sein.
  • Eine gute Liege ist stabil – Eine Liege muss lange halten. Deswegen sollen Liegen auch nicht zu viele Features haben. Nicht zu viele Teile. Umso vielfältiger die Liege ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Teil kaputt geht. Deswegen konzentrieren sich Liegen auf ihren Zweck: Sie sind zum liegen da.
  • Eine gute Liege gefällt nicht dem Geschäft, sondern dem Verbraucher – Die Liegen Industrie produziert Liegen, die dem Verbraucher gefallen sollen. Die häufig gekauft werden. Dann gefallen sie auch dem Kunden der Industrie: Groß- und Einzelhändler.
  • Eine gute Liege konzentriert sich auf das Wesentliche – Die Hersteller von Liegen haben es erkannt: Auf ihren Produkten kann man liegen. Sie verzichten auf unwesentliche Dinge. Man hätte auch noch ein Sonnenschirm anbauen können. Ein Getränkehalter. Wenn man soweit ist, kann man auch gleich ein Fernseher einbauen und warum sollte eine Liege keinen Motor haben?
    Gute Liegen konzentrieren sich also auf das Wesentliche.

Liegen sind wie Webseiten

  • Gutes Webdesign muss dem Endnutzer gefallen – Webdesigner sollten ihre Webseiten ebenfalls nicht für den direkten Abnehmer machen. Die Website muss immer dem Nutzer gefallen. Egal wie schön der Kunde sie findet, wenn die Nutzer damit nichts anfangen können, ist sie Schrott.
    Gestaltet man für den Kunden, hat man bestimmt weniger Probleme, aber es ist die Aufgabe eines Webdesigners den Kunden zu beraten und von hirnrissigen schlechten Vorschlägen abzubringen.
    Die Zielgruppe passt sich nicht der Website an. Die Website muss sich der Zielgruppe anpassen. Von einem Menschen verlangt man doch auch nicht, dass sich sein Rücken an die Liege anpasst.
  • Gutes Webdesign ist flexibel – Egal wie groß der Monitor auf dem Endgerät ist, egal welchen Browser der Nutzer benutzt: Die Website muss gut funktionieren.
    Ich sehe in Sachen Flexibilität auch noch viel Steigerungsbedarf. Wieso sollte man nicht einen Theme Switcher einbauen? Klar, den gibt es jetzt schon. Allerdings ändert der so gut wie nie das Layout und eigentlich nur ein paar Effekte. Warum sollte man dem Nutzer nicht die Möglichkeit bieten, einzelne Elemente zu verschieben und sich quasi sein eigenes Layout zusammenzubauen und für den nächsten Besucher abzuspeichern? Das kann man mit einer Liege auch. Es muss ja keine 100%ige Freiheit geben.
  • Gutes Webdesign ist optisch ansprechend – Content is king. Mag ja sein. Trotzdem muss die Optik stimmen. Ohne eine gute Optik kann der Content nicht richtig in Szene gesetzt werden. Hier liegt aber auch der Knackpunkt: Es ist der Inhalt, der gut aussehen muss. Es ist der Inhalt, der gestaltet werden muss und im Vordergrund stehen muss. Es ist gut, wenn man sich mit Photoshop auskennt und die tollsten Effekte machen kann. Photoshop ist aber nur das Mittel zum Zweck. Man darf diese Effekte nicht zusammenwerfen um ein hübsches Endergebnis zu erreichen. Man muss sie als Mittel nutzen, um die entscheidenden Informationen hervor zu heben und das Auge des Nutzers zu leiten.
    Zu viele Effekte heben sich auf und bringen gar nichts.
  • Gutes Webdesign sagt dem Nutzer sofort wo er ist – Die wirklich banale Erkenntnis, dass das Design der Liegen dem Verbraucher sagen muss, dass es sich um eine Liege handelt, ist auch auf Webdesign übertragbar. Komisch nur, dass das nur in den wenigsten Fällen beachtet wird. Jeder weiß doch, dass der Nutzer in kürzester Zeit entscheidet, ob er auf der Website bleibt. Deswegen ist es einfach notwendig, ihm ganz klar und ganz schnell zu vermitteln, wo er ist.
  • Gutes Webdesign konzentriert sich auf das Wesentliche – Ich sehe hier ein großes Problem. Die meisten Webseiten haben ein absolutes Überangebot an Informationen. Es ist für den Leser sehr schwer Unwichtiges und Wichtiges zu unterscheiden. Daher werden ganze Elemente teilweise einfach ignoriert (zum Beispiel unsere Sidebar).
    Man sollte über jedes Element wirklich nachdenken. Ist es wirklich wichtig? Diese Frage sollte man sich immer wieder stellen. Umso weniger Informationen eine Seite enthält, desto wahrscheinlicher wird es, dass der Nutzer die entscheidenden liest.

Fazit

Von Designern anderer Produkte kann man viel lernen. Liegen gibt es schon seid Jahrhunderten. Römer und Griechen haben auf Klinen gespeist. Das sind im Prinzip auch Liegen. Dann kann man sogar von Jahrtausenden sprechen. Es macht aus diesem Grund viel Sinn, sich bei dem Design einer Branche umzuschauen, die sich schon so lange entwickelt hat und von ihr zu lernen.

3 Kommentare

  1. Elusian
    2. Mai 2009 um 20:19 Uhr

    Der gefällt mir mal ausgesporchen gut. Man will ja nicht immer nur kritisieren und der hier passt eigentlich ganz wunderbar 🙂

  2. Lennart Prange
    2. Mai 2009 um 20:35 Uhr

    Danke!

  3. André Nitz | Webdesginer aus Leipzig
    2. Mai 2009 um 23:51 Uhr

    Ich muss meinem Vorredner da absolut zusprechen – an einem sonnigen Tag wie heute eine Ableitung von der Gartenliege zu Website zu schreiben ist wirklich eine Kunst für sich!

    Schön geschrieben und das wesentliche auf den Punkt gebracht.

    Viele Grüße aus Leipzig, André