Wie erstellt man eine Website, die lange hält?

  • von Lennart Prange

zeit Ich hab mich gefragt, ob ich überhaupt einen Beitrag darüber schreiben soll, wie man eine Website macht, die lange hält und nicht nach 2 Jahren nach einem Redesign schreit. Eigentlich ist es ja schlecht für den Designer, da nicht jede 2 Jahre seine Kunden wiederkommen und etwas neues haben wollen ;). Naja, egal. Vor euch habt ihr jetzt einen Beitrag über genau dieses Thema und ich hoffe, dass ihr damit was anfangen könnt.

Kommentare und Social Bookmarks würden mich wie immer freuen.

Never stop improving if you want to be the best!

Um eins von Anfang an klar zu stellen: Es geht hier darum eine Website zu erstellen, die lange hält. Damit meine ich eine Website, die eine lange Zeit wahrscheinlich ohne Redesign auskommt und nichts anderes. Kleine Verbesserungen werden immer nötig sein.

Warum braucht eine Website überhaupt ein Redesign?

Erst mal muss man sich die typischen Gründe für ein Redesign angucken. diese hab ich schon mal aufgelistet, aber um eure Erinnerung etwas aufzufrischen tue ich es nochmal.

  • Deckt die Website den benötigten Funktionsumfang noch ab? – Wenn sie das nicht mehr tut muss man gucken, ob man die nötigen Funktionen noch erweitern kann. Ein Kontaktformular lässt sich beispielsweise normalerweise ohne Probleme einbauen. Ein CMS nachträglich einzubauen dürfte schon etwas komplizierter werden.
  • Ist sie mit der Zeit unübersichtlich geworden, oder kann man noch schnell zu den gewünschten Informationen finden? – Es kann sein, dass sich immer mehr Content auf einer Seite angesammelt hat. Alle Inhalte sollten mit maximal 3 Klicks erreichbar sein. Wenn das nicht der Fall ist, sollte etwas an der Informationsstruktur verbessert werden und das ist häufig ein guter Grund für ein Redesign.
  • Ist die Seite Code -und Designtechnisch noch auf dem aktuellsten Stand? – Eine Website ist heute fast wichtiger als eine Visitenkarte und sollte deswegen immer möglichst aktuell aussehen und nicht wie vor 10 Jahren, als die Bandbreiten noch nicht groß genug waren, um Grafiken zu laden. Weiterhin muss der Code gut für Google sein und natürlich auch nicht mehr die alten Techniken wie Tabellenlayout beinhalten und mit allen aktuellen Browsern kompatibel sein.
  • Gefällt dir die Website? – Wenn man sich selbst nicht mehr auf der Website wohlfühlt, ist das häufig ein Grund für ein Redesign, da man nur noch schlechtes an der Seite sieht.
  • Gefällt den Kunden die Seite? – Viel wichtiger als das eigene Interesse ist aber das der Kunden und wenn die mit der Website nicht klar kommen, bringt sie einem auch nicht weiter.
  • Passt die Website noch zu dir/der Firma? – Es kann viele Gründe geben, warum eine Website nicht mehr zu einem Unternehmen passt. Vielleicht ist ein neues Produktfeld dazu gekommen und die Zielgruppe hat sich geändert. Oder vielleicht haben sich auch die Firmenfarben geändert.

Wie macht man nun eine Website die auch die härtesten Winter übersteht?

Im Grunde ist das angesichts des obigen Punktes recht einfach: Man muss dafür sorgen, dass man die Website leicht umbauen kann, wenn einer der oben genannten Punkte eintritt. Das heißt:

  • Die Website muss leicht erweiterbar sein – Die Website muss leicht um weitere Elemente erweiterbar sein, damit der Funktionsumfang vergrößert werden kann.
  • Die Website sollte ein CMS haben – Man sollte versuchen, den Kunden von Anfang dazu zu überreden, ein CMS einzubauen. Dann fallen spätere Änderungen leicht. Dabei sollte man nicht auf eine teure private Lösung setzen. Diese haben zwar häufig guten Support, aber wenn die Firma des CMS zufällig Pleite geht, kommen keine Updates mehr und der Support bleibt auch aus. Dass eine große Community wie die von Joomla sich einfach in Luft auflöst halte ich dagegen für unwahrscheinlicher. Deswegen würde ich auf ein OpenSource CMS mit einer großen Community setzen. Das spart bares Geld und die Community ist oft auch sehr hilfsbereit.
  • Der Code muss verständlich sein – Es ist wichtig, dass man den Code nachvollziehbar gliedert, damit andere Webdesigner ihn später durchschauen und ändern können.
  • Zeitloses Design… – … ist natürlich entscheidend. Man muss dafür sorgen, dass das Design auch noch in 10 Jahren ankommt. Natürlich kann man das nie genau voraussagen, aber man sollte es wenigstens probieren.
  • Schaut in die Zukunft – Das Schöne und auch Blöde am Web ist, dass es sich ständig verändert. Ihr müsst versuchen, eine Kristallkugel hervorzuholen und ein wenig in die Zukunft zu schauen. Momentan würde es zum Beispiel Sinn machen, zu beachten, dass sich die Website auch auf einem mobilen Endgerät gut betrachten lässt.

Fazit

Natürlich wird jede Website irgendwann ein Auslaufmodell sein und einen neuen Anstrich benötigen, aber man kann das klar hinauszögern, wenn man die Punkte oben beachtet.

Jetzt würde ich mich über eure Tipps freuen. Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Ideen.

9 Kommentare

  1. Lennart Prange
    23. Oktober 2008 um 00:03 Uhr

    Hilfe, dass Layout zerreißt ohne dieses Kommentar ;).

  2. OrangeBlue
    23. Oktober 2008 um 01:31 Uhr

    Hört sich gut an… habs nur noch nicht ganz durchgelesen.. werde ich aber noch nach holen (nachholen?!):D

  3. tobi
    23. Oktober 2008 um 07:57 Uhr

    Bei dem Abschnitt über CMS gebe ich Dir vollkommen recht! Ich empfehle auch immer eines der großen Community-CMS (Typo3, Joomla), eben einfach WEIL man für Jahre hinaus so eine Art Support hat. Vor allem ist es einfacher wirklich gute Anleitungen, To-Do’s etc zu bekommen, da es doch viele Leute gibt, die sich daran versuchen. Vor allem der Punkt mit der Erweiterbarkeit zielt auch auf die Wahl des richtigen CMS. Die Bezahlvarianten haben meistens dann noch für Erweiterungen zusätzliche Kosten im Visier. Für die Community-CMS gibt es ja schon ungefähr unendlich viele CMS 😉

  4. tobi
    23. Oktober 2008 um 07:58 Uhr

    Add-Ons, meine ich… es ist noch zu früh…

  5. Tartanrocker
    23. Oktober 2008 um 18:07 Uhr

    Naja meistens weiß man ja erst hinterher, was sich gehalten hätte 😀

    Mir steht das Problem auch ins Haus, ich will meinem Verein eine fertige, halbwegs zukunfts- und deppensichere Website hinterlassen wenn es zum Studium/Ausbildung geht.

    Tartanrockers letzter Beitrag..Das Happy-End-Massaker

  6. Michael Finger
    24. Oktober 2008 um 07:00 Uhr

    Das größte Problem beim Design ist das man den Besucher fesseln muß bei sehr geringer Zeit. Der erste Blick auf eine Webseite entscheidet, ob einem Besucher die Seite gefällt oder nicht und das sollte man ja eigentlich über das Design schaffen, aber genau da liegt auch das Problem bei einer Webseite.

    Was ich mich immer wieder frage ist, ob man das Überhaupt schaft oder ob das bei den Optischen Einflusseffekt überhaupt noch möglich ist, die wir haben.

    MfG

    Michael Finger
    Holztechniker

    Michael Fingers letzter Beitrag..Hilferuf der Penan wegen Missbrauch durch Holzarbeiter

  7. Thomas
    24. Oktober 2008 um 14:17 Uhr

    Meist fällt gibt es ja einen Relaunch nur wegen neuer Funktionalitäten, die zwangsmässig vom Kunden so erwartet werden.

  8. Marc
    29. Oktober 2008 um 12:11 Uhr

    Ich halte den Punkt der leichten Erweiterbarkeit für sehr relevant und gleichzeitig sehr kompliziert. Erlaubt die Navigation eine größere Inhalts/Funktionserweiterung? Die Frage ist einfach gestellt, aber mit welchen Kriterien liefere ich eine Antwort?!

    Marcs letzter Beitrag..Mehmet Kurtulus als Tatort-Kommissar: Ab vor den Fernseher!

  9. Mywebz
    29. Oktober 2008 um 16:46 Uhr

    Muss meinen Vorschreibern zustimmen: CMS wie Joomla,Typo 3 oder WordPress ist einfach das beste, da die Inhalte immer gut gepflegt und auch exportiert werden können.
    Bei euch würde ich bei dem Design die Spalte Blogroll noch erweitern, damit nicht mehr zwischen Blogroll und User Links eine Lücke ist…
    Sonst finde ich das Design echt klasse…

    Mywebzs letzter Beitrag..Blogparade: Eure Lieblingsblogs / Wer liest was?